Schule ohne Grenzen

 Eine kleine Raupe krabbelt durch das Netz

Boñar/Moers/Rom Grenzen sind heutzutage keine Behinderungen mehr für den schulischen Austausch. Dieser Austausch findet heutzutage immer mehr über das Internet statt. Hierfür gibt es spezielle Plattformen, die zum Beispiel von der europäischen Union gestellt werden. Ein Beispiel hierfür ist eTwinning.

Die eTwinning Plattform beschreibt sich selbst wie folgt: Wir bieten Schulen in Europa die Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren, Ideen auszutauschen und gemeinsam Online-Projekte durchzuführen. Die Online-Plattform nutzt die Möglichkeiten des Web 2.0 für eine bessere Kommunikation und fördert damit die Entstehung einer echten, auf Zusammenarbeit beruhenden Gemeinschaft, über die Lehrkräfte kreative Wege für einen besseren Unterricht aufzeigen können. (Pressemitteilung: www.etwinning.net)

Hier nun ein Interview mit einer spanischen Lehrerin, die an einem solchen Projekt teilnimmt. Dieses Interview wurde auf Englisch geführt und vom Autor ins Deutsche übertragen.

Hallo Frau Valbuena Alvarez, schön dass sie sich zu einem Interview bereit erklärt haben.

Worum dreht es sich denn bei ihrem Projekt?

Bei diesem Projekt ist das Thema das sehr schöne Buch „The very hungry caterpillar“ [auf Deutsch „Die kleine Raupe Nimmersatt“] von Eric Carle. Wir lesen die englische Ausgabe.  Englisch ist die zweite Sprache, die bei uns an der Schule unterrichtet wird. Das heißt, dass wir nicht nur über die Geschichte an sich reden, was sehr lustig ist für die Schüler, sondern wir lernen auch durch sie: die Tage der Woche, die Zahlen bis zehn und Essens- und ähnliches Vokabular. Wir erarbeiten und fördern gesunde Verhaltensweisen und rücken für die Schüler die Notwendigkeit einer guten und gesunden Ernährung in den Blickpunkt.

Warum haben Sie gerade dieses Thema gewählt?

Zum einen ist die Geschichte sehr einfach und auch junge Schüler können der Geschichte leicht folgen. Meine Kinder sind sechs bis sieben Jahre alt und haben in diesem Schuljahr erst mit dem Englischunterricht angefangen. Andererseits haben wir es auch gewählt, da die Vermittlung einer gesunden Lebensweise ein Hauptanliegen unserer Schule ist.

Wer nimmt an diesem Projekt teil?

Wir sind drei Teilnehmer: eine deutsche Schule, eine italienische Schule und wir, als spanische Schule. Meine neun Schüler sind in der ersten Klasse und sechs bis sieben Jahre alt. Die italienischen und deutschen Kinder sind alle schon in der zweiten Klasse.

Was machen Sie eigentlich genau?

Wir machen ganz verschiedene Dinge: Wir lesen die Geschichte und hören sie uns mehrfach an, wir lernen das Vokabular durch Wiederholung, den Einsatz von Bildern und Flashcards … Im Moment sind meine Kinder so weit, dass sie die Geschichte mit meiner Hilfe auf Englisch erzählen können. Wir haben erarbeitet, welches Essen die Kinder mögen und nicht mögen, dies gezeichnet und auch in Englisch aufgenommen. Wir planen noch mehrsprachige, multimediale Lexika. Zudem wollen wir die Kinder gemeinsam Schmetterlinge malen lassen – eine Hälfte des Schmetterlings von einem Kind, ein Kind aus einer anderen Klasse vollendet diesen. Aber das Allerwichtigste ist, dass wir alles – nicht nur die Schmetterlinge – mit unseren Partnern teilen. Die Kinder lieben es, sich mit den anderen bei Videokonferenzen zu treffen. Auch finden sie es toll, zu sehen, was die anderen machen und sind sehr stolz ihre Arbeiten den anderen zu zeigen. Dies ist sehr motivierend.

Woher kennen Sie eigentlich die anderen Schulen?

Dank eines Comeniusprojektes, an dem unsere Schulen gemeinsam teilnehmen, haben wir uns kennen gelernt. Besonders möchte ich mich bei meiner guten Freundin und Kollegin Barbara bedanken, die mich ermutigte und mir zutraute, solch eine Aufgabe zu schultern.

Warum machen Sie eigentlich solch ein Projekt?

Ja, natürlich weil ich das Buch liebe und ich sicher war, dass die Kinder es auch mögen werden. Und glaube mir, ich hatte Recht. Mit Kindern und Kollegen aus anderen Ländern zu arbeiten, ist für mich – nicht nur als Lehrer, sondern auch als Mensch – wirklich bereichernd und hilfreich.

Wie profitieren die Schüler und Lehrer von dem Projekt?

Ich glaube, es ist nicht nur wichtig, den Kindern Wissen zu vermitteln, das ist natürlich sehr wichtig, aber genauso haben wir die Aufgabe, sie zu weltoffenen Menschen als Mitglied einer großen Gemeinschaft Europa zu erziehen. Der direkte Kontakt mit Freunden in anderen Ländern an anderen Schulen ist hierbei sehr hilfreich.

Kann man auch als Außenstehender Einblick in den Fortschritt des Projektes bekommen?

Wir nutzen für unsere Arbeit die von der europäischen Union zur Verfügung gestellte Online-Plattform – eTwinning. Hier haben wir einen eigenen Bereich, den sogenannten twinspace. Wir haben die Möglichkeit, neben dem geschlossenen Bereich auch einen öffentlich zugänglichen zu nutzen und dort zum Beispiel Arbeiten der Kinder zu präsentieren. Den Link dorthin habe ich zum Beispiel den Familien meiner Schüler mitgeteilt. Ich bin mir sicher, dass sie es lieben, diesen Bereich mit ihren Kindern zu Hause zu besuchen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Infokasten

Das Projekt: The very hungry caterpillar

Teilnehmende Schulen:  Ceip Valles –  Boñar – Spanien, Istituto Comprensivo Fontanile Anagnino – Rom – Italien, St. Marien-Schule – Moers – Deutschland

Teilnehmer: 78 Kinder im Alter von 6 bis 8 Jahren und 5 Lehrer

Hier findet man das Projekt im Internet: http://new-twinspace.etwinning.net/web/p50918

Bjarne Klaaßen (8d)

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