Armut vor unseren Haustüren

„Ich glaube, ich lasse das dritte T-Shirt hier und nehme nur die zwei. Das andere hole ich mir erst nächsten Monat.“ Die Kundin spricht über einen Preis von 30 Cent pro T-Shirt.

Für die Mitarbeiterin des Kleiderladens des Deutschen Kinderschutzbundes keine außergewöhnliche Situation. Armut in Deutschland, direkt vor unseren Haustüren. Unmöglich glaubt man, aber es ist wahr! Viele Leute denken, Armut gibt es nur in anderen Ländern, doch fängt sie genau in unserer Stadt an. Vor allen Dingen Kinder leiden sehr darunter. Jedes Fünfte lebt in schlechten sozialen Verhältnissen. Sie haben keinen Schulabschluss und nur 4 % der Jugendlichen haben die Möglichkeit, dass Gymnasium zu besuchen. Nicht nur Armut in den Geldbeuteln für Kleidung und Nahrungsmittel kommt zum Vorschein, auch die Armut im Bildungsbereich macht den Kindern zu schaffen. Mitunter haben die Familien nicht die Kraft, sich selbstständig aus dieser Situation zu befreien. Alle fühlen sich allein. Nicht selten eskaliert die Situation hin bis zur Gewalt. 2,5 Millionen Kinder stammen aus solchen Familien, dies entspricht etwa 18,7 % der unter 18 jährigen-Kinder. Sie brauchen Hilfe und dafür macht sich der Deutsche Kinderschutzbund stark. Alle Kinder sollen die gleichen Chancen bekommen.

Die Arbeit des Kinderschutzbundes setzt da ein, wo Eltern und Kinder Unterstützung brauchen. Der Verein engagiert sich für die freie Jugendhilfe. Er bietet verschiedene Programme an, wie zum Beispiel Sprachprogramme für Kinder, “Respekt für Dich und Mich“ zum Erlernen des harmonischen Umganges miteinander, Beratungskurse und -gespräche für Eltern, Betreuung in Scheidungssituationen für Eltern und Kinder, WunschOmas/Opas sowie die Betreuung ganz junger Mütter. Das Kinder- und Jugendtelefon wird über einige ausgewählte Ortsverbände bundesweit geschaltet. Das älteste Projekt des Ortsverbandes Duisburg ist die Fachberatungsstelle für Kinder, die sexuelle Übergriffe erlitten haben. Dort betreuen eine Therapeutin und ein Thearapeut betroffene Jungen und Mädchen. Besonders hilfreich sind die Kleiderläden. Über Kleiderspenden werden diese bestückt. Jeder kann dort gut erhaltene Textilien abgeben, die dort für ganz kleines Geld angeboten.

In Duisburg gibt es 2 davon. Aber wie kann man eine derartiges Angebot bereitstellen? Bundesweit arbeiten ca. 10.000 ehrenamtliche MitarbeiterInnen in den Ortsverbänden des Kinderschutzbundes. Gerhild Tobergte, Vorsitzende des Kinderschutzbundes in Duisburg, arbeitet hier vor Ort mit 100 Ehrenamtlichen an der Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Der Ortsverband in Duisburg besteht bereits seit 36 Jahren. Als gemeinnütziger Verein wird der Kinderschutzbund nicht über die öffentliche Hand finanziert, sondern lebt allein von den Spendeneinnahmen. Deshalb ist es so wichtig, Menschen zu gewinnen, die ihre Hilfe unentgeltlich zur Verfügung stellen, um mit den finanziellen Mitteln, die Projekte zu gewährleisten. Aktuell beschäftigt sich der Kinderschutzbund bei uns, in Duisburg, mit dem Thema Sprache. Integration ist in diesem Bereich besonders wichtig, damit die Kommunikation untereinander gewährleistet wird. Schule und Soziales Umfeld leben davon – ehrenamtliche Sprachpaten unterstützen dabei Frau Tobergte wünscht sich für die Kinder und den Deutschen Kinderschutzbund in Duisburg vor allem Menschen, denen es gelingt, Kinder zu motivieren, egal ob in der eigenen Familie oder über die einzelnen Aktiven aus den eigenen Reihen. Auch sagt sie: „Gesunde und ausgewogene Ernährung und das Handeln damit können vor Schäden schützen“. Diese Aussage unterstützt das laufende Programm „Gesunde Ernährung und Bewegung“. Viele erkennen die Probleme und wissen um die Wichtigkeit. „Das ist ein wichtiges Thema! Wir müssen etwas tun!“ Doch nur nette und gute Worte helfen nicht. Nur wenige treten dem Deutschen Kinderschutzbund bei und helfen wirklich – und gerade Helfende werden dringend gebraucht. Kinder sind unsere Zukunft, auch wenn man leider feststellen muss, dass es ihnen an vielen Stellen fehlt. Weit muss man nicht gehen, um zu helfen – gleich vor unserer Haustür, können wir beginnen. Jeder von uns kann helfen, wer sich einmal bewusst umschaut. Genau wie das Team des Kinderschutzbundes, das sicherlich für jeden, der gerne mit anfassen möchte, der richtige Ansprechpartner ist. Willkommen sind neben Geldspenden, Sachspenden wie z. B. gut erhaltene Kleidung für die Kleiderläden, ganz besonders auch die eigenen helfenden Hände. Informationen gibt der Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes Duisburg gerne an Interessierte weiter. Helfen können wir alle – schon die kleinste Aktion bringt alle ein Stück weiter.

Alessandra-Christin Fischer, Klasse 8d 

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