Surfen – Kult aber auch alte Kultur

Fällt heute das Wort Surfen, denken viele nur an das Internet. Ich meine aber Surfen als Wassersportart. Fällt der Begriff „Surfen“ im Bezug auf Wellenreiten, denken viele sofort an die coolen Surfklamotten und Marken. Jeder Jugendliche kennt Marken wie Quicksilver, Dakine, Billabong, Rip Curl, O’neill…  Aber keiner hinterfragt, woher die Sportart kommt und seit wann es sie gibt und was macht sie zur Trendsportart?

Das Wellenreiten ist nicht wie viele andere Trendsportarten aus einer Schnapsidee heraus
von ein paar Jugendlichen entstanden, sondern findet seine Wurzeln vor hunderten von Jahren. Niemand weiß genau, wo und wann die Surfkultur entstanden ist, aber  Surfen ist fest in der hawaiischen Kultur   verwurzelt. Vor mehr als tausend Jahren kamen Polynesier in kleinen Holzbooten auf die hawaiischen Inseln. Dort erwartete sie das Paradies mit weißen Stränden, warmen türkisfarbenen Wasser und vor allem super Wellen.

Die Polynesier brachten den Einheimischen sehr wahrscheinlich das Surfen bei, und schnell entwickelte es sich zu einer der Lieblingsbeschäftigungen der Insulaner. Es wurde auch eine wichtige Beschäftigung für die hawaiianischen Könige. Das Surfen wurde so wichtig, dass Alltagsarbeiten unterbrochen wurden, wenn auf dem Meer gerade die Wellen gut liefen. Natürlich lief nichts ohne Bretter! Es gab verschiedene Arten von Brettern: Es gab z.B das Brett für die Könige das Olo, hergestellt unter Einhaltung strenger Rituale, aus dem Wiliwilibaum. Für die einfachen Leute gab es das Alaia aus Koa-Holz. Ohne Zweifel waren die Hawaiianer in der 2. Hälfte des 18. Jh. meisterliche Surfer. Dann aber brachte der Entdecker James Cook die Wende. Er war auf der Suche nach nordpazifischen Inseln und blieb zum Überwintern auf Hawaii. Dort sah er als erster Europäer überhaupt Wellenreiter. Dies belegen seine Einträge ins Tagebuch. Leider brachten die Entdecker und Eroberer auch  zwei Dinge mit, die Hawaii in tiefe Krisen stürzten. Zum einen unheilvolle Krankheiten und zum anderen die Religion des weißen Mannes.

Christliche Missionare verurteilten das Spielen im Ozean; Surfen war also Verboten!

Durch Krankheiten starben viele Menschen auf den Inseln, nach hundert Jahren lebten
nur noch 10% der hawaiianischen Bevölkerung (30.000). Um 1900 wurde Hawaii der
50. Staat der USA und die alte Kultur war fast vollständig ausgelöscht. Doch als die ersten Touristen auf die Insel kamen fanden sie doch einige wenige Surfer am Strand. Als der damals schon berühmte Schriftsteller Jack London als Reisender auf die Insel kam staunt er nicht schlecht: Er sah einige Einheimischen auf Holzbrettern elegant auf dem Wasser gleiten und wollte es auch sofort ausprobieren „ Ich habe es eine geschlagene Stunde lang probiert und konnte nicht eine einzig Welle davon überzeugen, mich an Land zu tragen.“Angesteckt durch die Euphorie  Jack Londons gründeten 1907 zwei Abenteurer und Geschäftsleute nämlich Alexander Hume Ford und George Freeth die erste Surforganisation der Welt, den Outrigger Canoe and Surfboard Club am Strand von Waikiki. Dieser  hatte bereits 1915 1200 Mitglieder! 1910 wurde der Hui Nalu Surfclub
gegründet, wobei dort fast nur Hawaiianer Mitglied waren. Diese beiden Clubs
lieferten sich viele spektakuläre Wettkämpfe. Bester Surfer der Welt war damals
George Freeth. Dieser wurde für eine Werbeaktion nach Kalifornien geholt und
von tausenden Amerikanern bestaunt.

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Durch die Artikel von Jack London und diese Werbekampagne wurde Surfen nun auch
außerhalb Hawaiis populär. Die Geburt des modernen Surfens! Der hawaiische Rekordschwimmer Duke Kahanamoku, welcher bei den olympischen Spielen
in Stockholm Gold gewann, wurde 1914 nach Australien eingeladen und brachte den
Surfsport auch dort hin. Duke Kahanamoku wurde auf der ganzen Welt berühmt und er spielte in vielen Kinofilmen mit u.a. auch an der Seit von John Wayne.

Heute ist in Europa der französische Ort Hossegor  an der südlichen Atlantikküste
Zentrum des Surfsports in Europa mit 385 Unternehmen, 3200 Mitarbeitern und 1,2 Milliarden Euro Jahresumsatz.  Dabei unterscheidet sich die Branche grundlegend von vielen anderen Industriezweigen, weil alle Beteiligten von dieser Leidenschaft fürs Wellenreiten getrieben sind.

Die reinen Sportprodukte sind übrigens nur noch ein kleiner Teil des Geschäftes.
Der größte Teil des Umsatzes wird mit Kleidung und mit Accessoires gemacht. Die
Surfmode hat mittlerweile wie ein Virus die Großstädte erobert. Und sind es vor
allem Kunden, die noch  nie auf einem Board gestanden haben, diejenigen, die der Surfindustrie 2010 zweistellige Wachstumsraten beschert haben.

Aber was ist nun das Besondere am Surfsport?

Surfen ist weit mehr als nur eine Sportart: Surfen ist eine Mentalität, für Millionen
ein Lebensinhalt, eine Kunstform. Und vor allem ist Surfen eine große physische
Herausforderung. Man setzt sich einer der größten Urgewalten aus und ist dabei
lediglich mit einem Board bewaffnet. Surfen ist nicht nur Leidenschaft, Surfen
ist eine Sucht! Surfer sind stets auf der Suche nach der nächsten Welle, um mit
den Elementen zu spielen. Es gibt viele Berichte über Menschen, die ihr Leben
ändern, umkrempeln nach dem sie einmal gesurft sind, nachdem sie vom Surfvirus
befallen wurden. Sie sind STOKED!

Surfen ist also wachsender Kult—–und uralte Kultur.

Fiona Pinkernell: Surfen -Das Spiel mit den Wellen

Thomas Ayck: Jack London

Thomas Ayck: Mark Twain

Drew Kampion, Bruce Brown: Stoked-Die Geschichte des Surfens

Surfers(4/10)

3.3.Links

www.surfgeschichte.noper7.com

www.süddeutsche.de

www.surf-dwv.de

www.isasurf.org

www.surfrider.org

www.surfbreak.org.nz

www.surfaideinternational.org

www.disablesurfers.org

www.wellenreiter.com

www.worldprosurfers.com

www.welt.de

www.wikippdia.org

Christopher Retz, 9c

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