Moderne Musik: Zerspalten in der Sackgasse?

Das denken viele über die „moderne Musik“, häufig auch „zeitgenössische Musik“ genannt.
Aber was ist Moderne Musik genau und warum denkt man negativ über sie, wenn sie doch
eigentlich „modern“ ist?
Moderne Musik ist nicht, wie viele denken, Pop, Rock oder Rap-Musik, diese fallen in die
Kategorie „Unterhaltungsmusik“, nein, die „moderne Musik“ gehört in die Kategorie
„Instrumentalmusik“, in der gleichen Kategorie wie die alten Musikwerke von Mozart, Bach und weiteren Komponisten vor Jahrhunderten. Die Moderne Musik ist heutzutage aber kaum noch bekannt, das liegt daran, dass man fast nie damit konfrontiert wird. Im Radio laufen meistens nur Pop- sowie Rockmusik, da die Sender sich sicher sein können, dass sie auch gern gehört werden. Im Gegenzug verzichtet man darauf, neue unbekannte Bereiche den Menschen auszuliefern, die dann doch nicht gut ankommen. So entdecken nur wenige Menschen die – oft auch seltsamen – Untiefen der Zeitgenössischen Musik.
Wenn man sich umsieht, auch Menschen fragt, die durchaus schon Moderne Musik kennen, kriegt man zumeist die Antwort zurück: „Ach, wer will heute noch Moderne Musik hören, die versteht doch keiner!“
Viele Liebhaber dieser Musik würden wohl laut bei diesem Satz aufschreien und zum Protest noch allerlei Gegenargumente hinzufügen, dennoch müssen sie dem Menschen, der diesen Satz gesagt hat, am Ende noch im Stillen Recht geben. Moderne Musik ist im Moment alles andere als populär, die Säle sind nicht gut gefüllt, und selten geht jemand wirklich zufrieden nach dem Konzert nach Hause. Ein wesentlicher Grund dafür ist der schräge Klang. Viele Komponisten der Moderne versuchen darin, alle Regeln zu brechen. Sie darf ja nicht klingen wie in der Klassik. Je ungewöhnlicher desto besser!, ihr Motto. Auf dem Weg zu dieser Ungewöhnlichkeit verlassen die Komponisten alle Seiten der Tonalität, die in der Unterhaltungsmusik noch vorhanden sind, sogar in der Rap-Musik. Ohne Tonalität klingt das Stück für normale Menschen jedoch farblos, planlos und
endlos, wir sind halt nicht daran gewohnt! Trotz der vielen schlechten Kritiken an verschiedenen Komponisten waren sie nicht bereit, ihr Stil zu verändern. „Warum sollen wir? Die Zeit hat sich geändert, wir verändern die Musik, statt sie zu wiederholen.“, meinte ein Komponist. Damit hatte er recht. Sie verändern die Musik tatsächlich, aber ob sie die Musik positiv verwandeln, ist fragwürdig…
Es gibt viele verschiedene Komponisten der Moderne. Man kann so ungefähr sagen, dass die Zeit der Moderne so ungefähr bei dem 20. Jahrhundert angefangen hat. Damals, wo sie noch ganz am Anfang stand, dachten nur wenige an die Atonalität, also das Verlassen von Tonarten, die uns noch in der Unterhaltungsmusik begleiten. Dann später, in der Nachkriegszeit, wann viele Menschen auch innerlich sehr vom Krieg geschockt waren, sie auch eine tiefe Traurigkeit in sich besaßen, drückten sie ihren Schmerz in der Musik aus, entsprechend klangen deren Stücke auch sehr schräg und klagend. Zum Beispiel wurde in diese Zeit ein Stück komponiert, in dem man eine Geige so fest mit dem Bogen streichen muss, sodass ohrenbetäubende quietschende Töne entstehen. Das war schon Atonal. Als ca. 1920 Arnold Schönberg seine Zwölftonmusik vorstellte, in der man jeweils immer 12 Töne in festgelegten Reihenfolgen zusammensetzten musste, hörten die meisten Musiker
mit der Spätromantik auf. Das heißt, schöne Melodien waren „out“, man wollte neuere,
unbekanntere, radikalere Musik, die leider nur schlecht von der Bevölkerung verstanden wurde. In dieser Zeit trennte sich die Unterhaltungsmusik mit der instrumentalen. Diese hatte einfach ein Weg eingeschlagen, die die Menschen einfach nicht mehr schön finden.
In alter Zeit, von 1700 bis 1900 hatte die Instrumentalmusik auch für Unterhaltung gesorgt. Sie wurde in Salons gespielt, in vielen Luxus-Hotels waren schöne virtuose Stücke vorzufinden. Wenn man in ein Konzert gehen wollte, bekam man Sinfonien und Rhapsodien zu hören. Das änderte sich, als Jazz die Welt ab 1900 eroberte. Doch Jazz war eine spontane, freie, ja fast regellose Musik, in der man einfach aus dem Bauchgefühl Melodien und Akkorde hinzusetzte.Diese Art passte den Komponisten aus der Instrumentalmusik nicht. Musik sollte feste Regeln haben, auch wenn man sie selbst macht, sie sollte versteckte Zusammenhänge haben, die nicht jedermann entziffern kann, sie soll neu sein und sich von der Klassik und Romantik entfernen. Mit diesen Mitteln schloss man jedoch die Gesellschaft aus, aus diesem Grund wandten sich immer mehr Leute der Unterhaltung zu, bis sich zwischen zwei den Musikrichtungen ein riesiger Graben auftut, der sich von Zeit zur Zeit noch vergrößern wird. So verliert die Moderne immer mehr an Popularität, bis sie jetzt fast wie ein kleines Häufchen Elend neben der Pop-Musik sitzt.

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