Der Roman „Blumenmädchen“ von Theresa Duckwitz

Ich riss die Augen auf. Wie bei einer elektrischen Entladung knisterte es und ein weißer Blitz entwich meinen Fingerspitzen. Eine unsichtbare Kraft schleuderte mich nach hinten und ich sah wie in Zeitlupe in die erschrockenen und erstaunten Gesichter aller Elementberufenen im Raum, Tinos weit aufgerissene Augen und das aufgeklappte Medaillon, das zu Boden fiel, als wenn es schweben würde.

Und bevor ich gegen die Wand prallte und Dunkelheit sich über mich senkte, sah ich die deutliche Eingravierung im Herzen der Medaillons: eine wunderschöne Sonnenblume, deren unzählige Blütenblätter in den Regenbogenfarben schimmerten. Außergewöhnlich und selten. Wie die Elementberufenen. Wie du.

– Felicitas Leben erfährt durch die Entdeckung ihrer besonderen Fähigkeit eine spannende Wende. Das Fantasy-Jugendbuch „Blumenmädchen“ von Theresa Duckwitz entführt den Leser in eine geheimnisvolle Parallelwelt.

Wenn Ihr mehr erfahren wollt, findet Ihr hier die ersten vier Kapitel ihres Romans…

Das Wort hing in der Luft. Niemand sprach es aus, doch es hallte in meinem Kopf wider.

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                                                           Blumenmädchen

1. Kapitel

 Ich fuhr hoch.

Einen Augenblick betrachtete ich beunruhigt mein Umfeld, doch ich sah nur die Dinge, die ich jeden Tag wahrnahm: mein überfülltes Bücherregal, meine weiße Kommode, zugestellt mit etlichen Schneekugeln, meinen Schreibtisch, auf dem noch meine Buntstifte zerstreut lagen, bis hin zu meinem Bett aus hellem Holz, auf dem ich lag.

Erleichtert sank ich zurück in das weiche Kissen. Mein Blick wanderte über meine weiße Bettdecke, die von lilafarbenen Streublümchen auf lindgrünen Ranken übersät war, zu den ebenfalls lindgrünen Wänden, an denen unzählige Bilder von den verschiedensten Blumen der Welt hingen.

Während ich die bunten Blüten betrachtete, die mir offenbarten, dass ich nur geträumt hatte, seufzte ich erleichtert und schwang schließlich die Beine schwungvoll aus dem Bett.

Etwas zu schwungvoll, denn ich erwischte mein Lieblingsbuch, dass neben meinem Bett auf dem hellen Parkett lag, mit dem kleinen Zeh. Ein kleiner Schmerzensschrei entwich mir, als ich schnell meinen Fuß wieder zurückzog und mir den Zeh hielt.

Ja, doch, der Tagesanfang war an Perfektion nun nicht mehr zu übertreffen. Grummelnd stand ich auf und lief, immer wieder über irgendwelche im Zimmer verteilten Sachen stolpernd, zu meinem Fenster. Ich ließ die Rolläden hochfahren und starrte nach draußen – in einen verschneiten Montagmorgen.

Schnee. Toll.

Er sah zwar wunderschön aus, wenn er im Sonnenlicht glitzerte und funkelte,  jedoch war er zugleich auch kalt und nass. Nicht gerade meine Lieblingswetterbedingungen. Wo waren Wärme und Farbvielfalt? Bunte Blätter und Blumen?

Doch mir hat mal jemand gesagt, dass die Schneekristalle die Blumen des Winters sind.

Alle sind von ihren Verästelungen her verschieden und doch haben sie etwas gemeinsam:

Aus der Nähe sind die Eiskristalle wunderschön.

Wie gläserne Blumen.

 2. Kapitel

 „Felicita!“, erklang die Stimme meiner Mutter von unten aus der Küche und riss mich so aus den Gedanken.

„Ich komme schon“, sagte ich laut wie jeden Morgen. Montage waren für mich irgendwie am längsten, denn sie waren der Beginn jeder Woche.

Erst der Beginn!  Andererseits gäbe es wahrscheinlich ohne den Montag auch kein Ende der Woche. Seufzend wandte ich mich von der Schneepracht draußen ab, zog mich schnell an und packte in Windeseile meine Schulsachen zusammen, bevor ich die Treppe hinunter und in die Küche stürmte.

Meine größere Schwester Viola war schon in der Schule, da sie nicht wie ich erst zur zweiten Stunde hatte, und mein Vater war joggen. Gähnend setzte ich mich an den Frühstückstisch und biss in mein Marmeladenbrot.

„Ich hoffe, du hast gut geschlafen. Übrigens, dein Onkel hat gerade angerufen und wollte dir gratulieren“, erzählte meine Mutter, während sie meinen Vanille-Himbeer-Tee vor mich auf den Tisch stellte. Ich verdrehte die Augen. Zufällig war mein vierzehnter Geburtstag schon vor drei Tagen gewesen. Und wieder ein Jahr älter!

Wieder ein Jahr voller Erfahrungen um. Ob nun etwas Magisches passierte? Schließlich war die gute Fee an meinem dreizehnten Geburtstag nicht erschienen. Ich unterdrückte ein Grinsen und doch ging dieses Gefühl nicht weg. Dieses Gefühl………

3. Kapitel

 Schnell schluckte ich den letzten Bissen herunter und trank meinen Tee aus.

Da der Schnee nicht liegen zu bleiben schien, beschloss ich, wie gewohnt mit dem Fahrrad zu fahren. Die Kälte jedoch verflog nicht wie die Schneeflocken auf dem Asphalt. Sie schlug mir klirrend ins Gesicht, während ich durch die Felder fuhr. Nach und nach lösten Häuserfronten und Geschäfte die weiten Landschaften und Waldstücke ab.

Ich hatte die Stadt fast erreicht und warf einen Blick auf meine Armbanduhr. Mir blieben noch zehn Minuten. Meine dunklen Locken wirbelten im Fahrtwind umher, als ich beschleunigte. Schließlich erreichte ich außer Atem nach fünf Minuten meine Schule. Schnell verschloss ich mein Fahrrad und verstaute den Schlüssel in meinem Schulrucksack. Ich fuhr mir noch einmal kurz durch die Haare, eh ich das Schulgebäude betrat. Pünktlich schaffte ich es in den Klassenraum und kramte nach einer kurzen Begrüßung mit meinen Freundinnen meine Deutschmaterialien hervor.

Dann gongte es und unser Lehrer betrat den Klassenraum.

4. Kapitel

 In Deutsch lasen wir zurzeit „Romeo und Julia“ von William Shakespeare. Ich mochte diese Lektüre und hatte sie schon zu Ende gelesen, obwohl wir im Unterricht erst zwei Drittel geschafft hatten.

Während unser Deutschlehrer, Herr Sommer, uns ein paar Erklärungen zu der alten Sprache gab und jeden aufforderte, die nächsten fünf Seiten alleine zu lesen, schweiften meine Gedanken ab und ich stellte mir unwillkürlich vor, wie sich Julia gefühlt haben musste als sie aufgewacht war und Romeo nicht mehr am Leben gewesen war.

Warum musste Shakespeare auch nur einen solchen Hang zur Dramatik haben? Hätte ich ein Ende geschrieben, wäre es auf jeden Fall ein Happy End mit glücklichem  Ausgang gewesen.

Ich begann zu träumen.

Von meiner eigenen Version.

Es war, als würde meine Fantasie keine Grenzen kennen und bald versank ich in ihrer Welt.

Plötzlich stieß mich jemand mit dem Ellbogen unsanft an und ich schreckte hoch.

„Felicita?“, ertönte die besorgte Stimme meines Lehrers und holte mich wieder in die Realität zurück.

Fortsetzung folgt….

…bald hier oder am 21.3.2012 in der 7. Stunde in der Schülerbibliothek…

Achtet auf die Aushänge!!

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