Spannung, Sport, Spielerfrauen

Bald ist es endlich wieder so weit: die Fußball Europameisterschaft 2012 steht vor der Tür. Neben Emotionen, Spaß und den Fußballern selber darf eins natürlich nicht fehlen – die Spielerfrauen!
Sie unterstützen ihre Freunde oder Ehemänner bei Spielen und gelten als Trendsetterinnen und Stilikonen. So antworteten Passanten der Moerser Innenstadt auf die Frage ,,Welches äußere Erscheinungsbild haben Sie von einer Spielerfau?“ zum Beispiel mit ,,Hübsch!“ oder ,,Groß, schlank und sportlich!“. Andere hingegen sagten ganz neutral ,,Wie andere Frauen auch!“ oder kurz und knapp ,,Normal!“
Traumberuf ,,Spielerfrau“?  
Früher waren die Traumberufe junger Mädchen noch Berufe wie Tierärztin, Friseurin oder Sängerin. Heutzutage sind es auch Berufe wie Topmodel oder eben auch Spielerfrau. Auf der Internetseite des Fernsehkanals n-tv werden als klare Richtlinien für den Beruf einer Spielerfrau ein gutes Aussehen und eine gewisse Vorbildfunktion vorausgesetzt und sie sollen, wie es dort salopp beschrieben wird ,,alles, was sie jemals über Emanzipation gehört hat, über Bord schmeißen.“ – Alles über Emanzipation über Bord schmeißen? Dabei gibt es doch Beispiele, die das Gegenteil beweisen! Schaut man sich Frauen wie Victoria Beckham oder Sylvie van der Vaart an: Victoria steht mit beiden Beinen im Leben, arbeitet als Model und Designerin und schafft es dennoch, sich um ihre vier Kinder zu kümmern. Sylvie ist ebenfalls im Beruf sehr erfolgreich: die niederländische Moderatorin hielt 2008 die Laudatio auf Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, saß als Jurymitglied bei ,,Das Supertalent“ an der Seite von Dieter Bohlen und Bruce Darnell, moderiert seit 2011 auch die deutsche Sendung ,,Let’s Dance“ und stellt Ehemann Rafael van der Vaart, Spieler bei Tottenham Hotspur, in ihren Schatten. Der Beruf als Spielerfrau soll also kein emanzipierter Beruf sein?
,,Die haben doch ein unbeschwertes Leben und müssen eh nicht arbeiten gehen!“, so die Antwort eines weiteren Passanten auf die Frage nach dem alltäglichen Leben einer Spielerfrau. Andere Befragte sagten jedoch, dass sie glauben, dass eine Spielerfrau einen eher stressigen Alltag habe, da sie viel reisen, häufig umziehen und ständig in der Öffentlichkeit stehen würde. Diese Umstände sind auch keine guten Voraussetzungen für die Gründung einer Familie oder das Ausüben eines Berufes. Wie sollen Kinder sich schließlich in einer Umgebung einleben und neue Freunde finden, wenn sie andauernd umziehen? Oder wie soll man sich an einem neuen Arbeitsplatz zurechtfinden, wenn sich dieser ebenfalls häufig ändert?
Eine eher skurrile Angelegenheit ist die Tatsache, dass es unter dem Suchbegriff ,,Spielerfrau“ zahlreiche Seiten im Internet gibt, auf welchen Mädchen und Frauen, die Spielerfrauen werden wollen, sich ganz einfach anmelden können und wie bei einer Partnerbörse an Fußballer oder andere Sportler, die Freundinnen suchen, vermittelt werden können. Dieses Verfahren hat natürlich auch seine Kosten, deshalb werden von solchen Internetseiten zwischen 20-30€ Anmeldegebühr verlangt und über die Seriosität dieser Seiten lässt sich jedoch streiten.
Ist der Beruf als Spielerfrau nun Fluch oder Segen? Kann man als Spielerfrau auch einen normalen Alltag leben oder steht man automatisch in der Öffentlichkeit? Und kann man eine Familie gründen und die eigenen Kinder in einem guten Umfeld aufwachsen lassen? – Ob ich Spielerfrau werden wollen würde? Ich habe dieses Thema ausgesucht, da auch ich den Beruf als Spielerfrau ,,ausüben“ möchte, natürlich neben meinen späteren hauptberuflichen Aufgaben. Ich würde die ,,neue, emanzipierte Art“ von Spielerfrau sein wollen, die die Klischees nicht erfüllt und auf eigenen Beinen steht. Jedoch werden, obwohl es Spielerfrauen wie Victoria Beckham und Sylvie van der Vaart gibt, die oben beschriebenen Fragen wohl noch lange für Spekulationen sorgen, wenn es um das Thema ,,Spielerfrauen“ geht, doch erst mal können wir mit Vorfreude auf die Europameisterschaft 2012 blicken und unserer Nationalmannschaft viel Erfolg wünschen.

Insa Schmitz, 8a

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