Deutschland – ein neues Zuhause für bedrohte Tierarten?

Es ist der Abend des 27. Februars 1904, ein eigentlich völlig normaler Abend. Doch am nächsten Morgen wird ganz Deutschland mit einer wichtigen Tierart weniger aufwachen werden. 12 Stunden später wissen es alle: der letzte Wolf wurde erschossen. Die meisten Leute freuen sich und sind erleichtert, da ihr Vieh vor der „wilden Bestie des Waldes “, wie der Wolf damals genannt wurde endlich in Sicherheit war.
Doch wie denkt man heutzutage über den Wolf und wie steht es um die Bestände des Wolfes und anderer bedrohter Spezies in Deutschland?  Nicht nur Wolf, sondern auch Luchs, Seeadler, Storch und Braunbär z.B. wurden aufgrund massiver Verfolgung oder Zerstörung ihres Lebensraumes bis zum Rande der Ausrottung bzw. bis zur völligen Ausrottung getrieben. Doch über Deutschlands Natur lässt sich heutzutage auch wieder positiv reden. Einige Arten, Luchs, Wolf, Seeadler und Storch mit einbezogen konnten in Deutschland erfolgreich wieder angesiedelt werden und zum Teil sogar stabile Bestände entwickeln.
Natürlich gibt es auch Unerfreuliches bezüglich der Rückkehr der Natur in Deutschland. So wird der Braunbär in Deutschlands Wäldern nie mehr umherziehen können, weil für solch ein großes Tier nicht ausreichend große, zusammenhängende Waldgebiete vorhanden sind. Insgesamt überwiegen jedoch die positiven Aspekte. Als gutes Beispiel ist der Seeadler zu nennen. Während er in Westdeutschland komplett verschwunden war und bis 1993 noch als gefährdet geführt wurde, stiegen seine Bestände kontinuierlich so rasch an, dass der Seeadler 2005 auf nicht gefährdet heruntergestuft wurde. Als noch größerer Erfolg kann die Rückkehr des Wolfes bezeichnet werden. Nachdem in der Lausitz 1904 der letzte Wolf erschossen wurde, sichtete man über 90 Jahre hinweg gerade einmal 30 Wölfe, die jedoch sofort erschossen wurden. 2000 erfolgte in der Lausitz erstmals seit 100 Jahren wieder eine erfolgreiche Reproduktion eines Wolfes. Seitdem baute sich der Bestand rapide auf, sodass man nun von 60 Tieren in Deutschland ausgehen kann.
Doch nun stellt sich die gleiche Frage, wie vor 100 Jahren: Würde man zufrieden sein, wenn nachts Wolfsrudel im benachbarten Wald oder gar auf den Kuhweiden vor der Haustür jagen gehen? „Solange die Wölfe nicht überhand nehmen und nicht in Ballungsgebiete eindringen, ist es vertretbar, in Naturschutzgebieten und im Umkreis Wolfsrudel entstehen zu lassen. Auch Luchse, bedrohte Vögel und dergleichen werden in Deutschland willkommen geheißen “, so 100 % der Befragten. Demnach wird heutzutage eine viel bessere Einstellung gegenüber Wölfen und anderen wilden Tieren bevorzugt als früher. Zudem ist der Wolf im Gegensatz dem abergläubischen Bild der wilden Bestie des Waldes ein eher scheues Tier, welches versucht, den Menschen zu meiden. Jedoch ist es vorstellbar, dass nicht jeder Bauer oder Viehzüchter über ein hungriges Rudel Wölfe erfreut wäre. Trotzdem kann man sich mit einem guten Gefühl die Zukunft der Wölfe und bedrohten Tierarten Deutschlands ausmalen.
Erneut ist ein Abend gekommen, nun aber des Jahres 2012, ein eigentlich völlig normaler Abend. Doch am nächsten Morgen wird ganz Deutschland mit einer Tierart mehr aufwachen: Dem Wolf.

Scott David, 8a

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