Acta – Fluch oder Segen?

Jedes Mobiltelefon besitzt eine Funktion, um Dateien wie Musik, Bilder, Videos und Klingeltöne weiterzuschicken, zu speichern und zu verwenden. Die Funktion funktioniert entweder per „Bluetooth“ oder „Infrarot“. Allerdings wird vielleicht in naher Zukunft diese Funktion nicht mehr existieren. Durch Acta.
Was verbirgt sich hinter der Abkürzung Acta? Und inwiefern betrifft mich das?   Acta steht für „Anti-Counterfeiting Trade Agreement”. Das bedeutet im Deutschen soviel wie Anti-Fälschungs-Handelsabkommen. Das Abkommen würde einberufen werden, um Produkt- und Markenpiraterie sowie die Fälschung von Gütern zu verhindern. Außerdem soll Acta Journalisten und Künstlern helfen, die Qualität der veröffentlichten Bilder und Videos zu verbessern und den Missbrauch bekannter Marken zu verhindern. Kinderpornographische und Pornographische Bilder und Filme würden bei einer Durchsetzung von Acta auch nicht mehr im Internet abrufbar sein.
Das klingt eigentlich nicht schlecht, aber damit Acta funktioniert, muss jeder überwacht werden. Die Überwachung jedoch ist, laut der Piratenpartei und der Hackergruppe Anonymous, ein massiver Eingriff in die Privatsphäre. Denn Acta überprüft und beobachtet Sie zu jeder Zeit, egal was Sie machen. Das geschieht über das Mobiltelefon, den Internetanschluss und das Festnetztelefon. Acta überwacht Ihren Internetanschluss jeden Datentransport, was bedeutet, dass jede Datei kontrolliert wird. Falls zu oft urheberrechtlich geschützte Informationen in den Dateien enthalten sind, schaltet Acta Ihre Internetverbindung aus und Sie werden verklagt. Internetseiten wie Youtube oder Twitter werden stark eingeschränkt, da persönliche Videos oder Nachrichten im Internet oft den Namen oder Artikel von bekannten Marken beinhalten.
Die Verbreitung von Musik oder anderen Dateien würde nur funktionieren, wenn der Empfänger dafür bezahlen würde.
Die Verhandlungen von Acta sind von 2008 bis 2011 im Geheimen gelaufen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. An den Verhandlungen haben die Schweiz, die USA, die EU, Kanada, Japan, Korea, Singapur, Australien, Neuseeland, Mexiko, Jordanien, Marokko und die Vereinigten Arabischen Emirate teilgenommen.
Die Verhandlungen wurden von den Regierungen und den Verbänden der Industrienationen, bei sogenannter „Lobbyarbeit“, geführt. Lobbyarbeit bedeutet, dass Interessengruppen die Politik beeinflussen.
Als Acta bekannt gemacht wurde und nachdem sich einige mit dem Thema befasst hatten, starteten die Demonstrationen gegen das Abkommen. Egal ob die Demonstrationen auf den Straßen oder im Internet geführt wurden, sie fanden viele Anhänger. Während auf den Straßen 50.000 demonstrierten, wurde die E-Petition in Deutschland  bis jetzt ungefähr 61300mal unterzeichnet. In ganz Europa allerdings wurde es bereits mehr als 2,5 Millionen Mal unterzeichnet.
Die nächsten Acta-Verhandlungen werden allerdings erst im Sommer geführt.
Während der Demonstrationen werden Guy-Fawks-Masken getragen, das Erkennungszeichen für die Hackergruppe „Anonymous“. Die Hackergruppe trat schon früher auf, wenn sie zum Beispiel für Menschenrechte oder gegen die Sekte Scientology demonstrierten.

Ob man für oder gegen Acta ist muss letztendlich jeder selbst entscheiden. Aber jeder sollte sich fragen, ob eine solche Dateneinschränkung wirklich nötig ist.

Jonas Löpertz, 8 a

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