Das Fest voller Fragen von Stefan Pinnow

Ich möchte Euch heute über ein tolles Weihnachtsbuch, welches ich letztens gelesen habe, informieren. Es heißt “ Josef mach die Musik leiser“. Hier findet Ihr eine gekürzte Leseprobe von mir

Alle Jahre wieder quälen mich während der Weihnachtszeit Fragen über Fragen:
Wo habe ich im Januar den Christbaumständer vergraben?
Wer hat die Lichterkette so in die Plastiktüte gestopft, dass man bis Ostern braucht, um sie wieder ordentlich zu entknoten?
Und vor allem:
Was soll ich mir dieses Jahr wünschen?
Doch das sind nur Vorboten der wirklich wichtigen Fragen des Lebens, und die kommen etwa Anfang Dezember- meistens von unseren liebsten Nachbarn:
Wo feiert ihr denn dieses Jahr Silvester?
Eine heikle Frage. Denn zur Beantwortung sind mehrere dinge zu beachten.
Zunächst einmal: Ruhe bewahren. Denn man will ja mit den liebsten Nachbarn, den besten Freunden, den allerbesten Freunden und auch allen anderen guten und sehr guten Freunden irgendwie zusammen feiern.
Also keine voreiligen Entscheidungen treffen und behaupten, man würde dieses Jahr gar nichts besonderes machen und gemütlich zu Hause bleiben. Denn dann würde man ja für eine eventuelle Einladung nicht mehr in Frage kommen, weil man ja schon verplant ist.
Auch eine eigene Party organisieren kommt nicht in Frage, allein schon wegen der Angst, alle guten Freunde könnten ja woanders hingehen, und dann würde man alleine zu Hause rumhängen. Und ja nicht den Fehler machen und bei einer Einladung zu früh zusagen. denn man will ja schließlich nichts verpassen und es könnte sich ja irgendwo noch eine bessere Party ergeben.
Gut- das ist in den letzten drei Jahrzehnten alles nicht passiert, aber die Angst, dass es dann doch mal passiert, ist da. Keine Frage.
Was auch mit meiner Frau zusammenhängt. Denn ihr sind all diese Überlegungen herzlich egal, und mitten in der Adventszeit säuselt sie, ob wir uns nicht mal dieses Jahr zu Silvester eine schnuckelige, einsame Hütte in den Bergen mieten sollen. Direkt an der Skipiste, ohne großen Luxus. Die man auch gar nicht direkt mit dem Auto erreichen kann, weil sie so malerisch versteckt in den Hügeln liegt, weshalb man (ich) vom Parkplatz aus das gesamte Gepäck nur ein paar Meter zu Fuß den Berg hochschleppen muss. Dafür kann man die Hütte aber nicht mit dem urigen Kamin heizen, für den man (also ich) vor der Tür holz hacken muss, und in der das Wasser nicht aus der Leitung kommt, sondern man (wieder ich) selber Schnee von draußen reintragen und schmelzen muss (auch ich). Die aber auf jeden fall groß genug sein sollte, dass jedes unserer drei Kinder ein eigenes Schlafzimmer hat.
So was muss es doch irgendwo geben. Man (sprich: ich) müsste das bloß mal recherchieren. Und finden und dann buchen (schon wieder ich).
„ Das kann doch nicht so schwer sein, dass kannst du doch mal eben machen.“
Keine frage, die Idee ist grundsätzlich gut. Allerdings werden wir nie so eine Hütte finden. Denn die sind dann alle immer schon längst ausgebucht. Von Leuten, die dort die perfekte Silvesterparty feiern. Mit all ihren guten, besten und allerbesten Freunden, mit denen sie sich schon vor Jahren im Voraus verabredet haben. Mit Christbaumständer, sauber aufgerollter lichterkette und perfekten Geschenken.
Wie die das schaffen?
Fragen sie nicht mich!

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