heute in moers: Neue Computer

Windows 7 und Microsoft Office 2003 – das ist die neue Ausstattung des Computerraums I18, der deswegen von Montag bis Mittwoch gesperrt war. Die Computer werden zentral vom Lehrerrechner hochgefahren, Eigene Dateien existieren nicht mehr, sondern die Festplatte H:\(Home) wird eingebunden, und auch Internet Explorer existiert wieder. Und: Unsere Seite ist nun vollkommen sichtbar!

Eigentlich eine gute, wenn auch möglicherweise teure Sache: Wir können seit Jahren die Veränderungen im Computerbereich beobachten, und da bislang nur Windows XP auf den Schulrechnern existierte, ist die Anschaffung sicher lohnenswert.

Doch würde dies nicht in dieser Serie behandelt, wenn es nicht auch Kritik gäbe: Warum ausgerechnet Windows (7) ? Wäre es nicht, auch im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler sinnvoll, andere oder auch verschiedene Betriebssysteme einzusetzen? Beispielsweise die vielen auf dem Linux-Kernel aufbauenden, freiverfügbaren Distributionen wir Debian, Ubuntu, … . Im Internet gibt es einige Erfahrungsberichte und Artikel, die den Einsatz freier Software im Unterricht thematisieren – und zu positiven Resultaten führen. Und dann: Win7 aber trotzdem MS-Office 2003?! Internet Explorer! Bereits das BSI warnt vor dessen Einsatz.

Wir können die Probleme in penibler und pedantischer Art weiter ausführen, belassen es aber bei den Beispielen. Die Schülerinnen und Schüler werden sich wohl noch früh genug ärgern.

Es ist sicherlich eine gute Idee, die IT-Infrastuktur der Schule auf Vordermann zu bringen, und wir können uns nun zumindest über einen neuen Computerraum mit Win7 und MS Office 2003 freuen, doch ein gewisser Unmut über den verstärkten Einsatz von freier Software bleibt.

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4 Antworten zu heute in moers: Neue Computer

  1. Thomas Nolte schreibt:

    Ein interessanter Artikel am „Tag des digitalen Lernens“! (–> http://www.tag-des-digitalen-lernens.de)

    Die Sicht einiger Schüler müsste aber auch einmal um die Perspektive eines Systembetreuers des Schulträgers erweitert werden. Für die Stadt Moers (wie für jeden anderen Schulträger) ist es unmöglich, verschiedene Betriebssysteme parallel zu unterstützen. Die Homogenität der Systeme erfordert sogar Abstriche. Deshalb gibt es an den neuen Schulrechnern auch kein aktuelles Windows 8 und MS Office 2013 bzw. MS Office 365 und den Internet Explorer 10.
    Vielleicht kann viewpoint@GAM den städtischen Systembetreuer Thomas Giesen einmal zur Komplexität schulischer IT-Strukturen befragen.

    Ich erinnere noch die Zeit, wo engagierte Lehrer die schulischen Netzwerke in Eigeninitiative betreuten. Das wurde vom Zeitaufwand und von der nötigen fachlichen Qualifikation immer unzumutbarer. Die Schulen freuten sich, dass diese Aufgabe seinerzeit vom Schulträger übernommen wurde.

    An den Schulrechnern sitzen nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer. Unter Lehrern dürfte Linux (Ubuntu etc.) noch weniger bekannt sein als bei Schülern. Deshalb ist es ratsam, im Schulalltag Systeme zu benutzen, die allgemein verbreitet sind.

    Heute staunte ein Kollege, dass nicht einmal am Lehrerrechner ein CD/DVD-ROM Laufwerk vorhanden ist.

    In der Zukunft müssen sich Lehrer, Schüler und Schulträger m.E. immer stärker mit heterogenen Netzwerken beschäftigen. Digitale Endgeräte wie Notebooks, Tablets und Smartphones laufen mit unterschiedlichen Betriebssystemen. Cloud-Computing wird statt Verzeichnissen wie „Eigene Dateien“ und „Laufwerk H:“ immer selbstverständlicher werden. Dank immer günstigerer Flatrates müssen digitale Endgeräte auch nicht zwangsläufig mit dem Schulnetzwerk verbunden werden. Ein flächendeckendes, schulisches WLAN wäre aber wegen der höheren Übertragungsraten dennoch wünschenswert (vgl. Uni-Campus).

    Noch fürchten aber gerade Lehrer den Kontrollverlust über solche Netzwerke, die im außerschulischen Alltag längst selbstverständlich sind; besonders auch außerhalb von Deutschland (z.B. offene WLANs in den Niederlanden und Finnland).

    Eine Initiative, die sich seit nunmehr 15 Jahren mit den Entwicklungen der IT in Schulen beschäftigt, ist die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. (ZUM): http://www.zum.de bzw. http://wiki.zum.de
    Die ZUM unterstützt auch seit 6 Jahren den „Tag des digitalen Lernens“.

    NB: Der letzte Halbsatz des Artikels „doch ein gewisser Unmut über den verstärkten Einsatz von freier Software bleibt.“ ist sicherlich genau anders herum gemeint als Option für freie Software und Open Educational Resources (OER).

    • p.oberberg schreibt:

      Sehr geehrter Herr Nolte,

      die Ironie des letzten Halbsatzes haben sie genau richtig erkannt.

      Doch nun zu ihren Anmerkungen: Warum ist es unmöglich, verschiedene Betriebssysteme zu unterstützen? Für die Schule (wie für den Schulträger) sollte die Bildung und Erziehung ihrer Schutzbefohlenen an erster Stelle stehen. Windows und Linux sind sehr wohl parallel nutzbar, wobei die Initiative zumeist von der Linux-Community ausgeht. Verschiedene Protokolle und Techniken bieten die Möglichkeit, Dateien unter Windows wie auch unter Linux-basierten Systemen bereitzustellen und zu bearbeiten. Und auch schulische Rechnernetzwerke können logisch und übersichtlich entschlüsselt werden.

      Das Aufgabengebiet von Systemadministratoren ist gewachsen und komplexer geworden, und deshalb ist es doch nützlich, interessierte und auch erfahrene Schülerinnen und Schüler einzubinden. (Doch welch Interessierter sich solcherleich annimmt, ist – gerade bei G8 – fragwürdig.) Ein flächendeckendes WLAN-Netzwerk für die Schule wird wohl derzeit bereits im Keim erstickt, bei der doch stark restriktiven Politik gegen elektronische Geräte in der Schule.

      Die Bedienung von Linux-Systemen wie Ubuntu gestaltet sich auch nicht schwieriger als Windows, vielleicht sogar einfacher. Es gibt spezielle für den Schulbereich abgestimmte Distributionen, die den gleichen Funktionsumfang wie kommerzielle Schulnetzwerksoftware bieten. Mit den wirklich anders ablaufenden Prozessen eines Linux-Systems werden die normalen Benutzer wohl nicht konfrontiert werden, etwa die Installation neuer Software oder der Start von Befehlen im Temrinal (wenn überhaupt, wohl nur im Informatikunterricht.) Sicher gibt es Lehrer, die mit der neuen Technik nicht so gut umgehen können, doch es liegt auch in der Verantwortung der Lehrkräfte, sich neue pädagogische Mittel und Wege zu erschließen. Wozu gibt es denn ZUM?

      • cansinguengoermez schreibt:

        Ich finde Windows 7 akzeptabel, schließlich müssen sich die meisten an die neue grafische Oberfläche nicht gewöhnen, als bei einem UNIX System. Jedoch verstehe ich nicht, warum Internet Explorer der Standard Browser ist. Internet Explorer ist der unsicherste Browser und unterstützt viele JavaScript Codes nicht.

        Zum Thema Cloud Computing habe ich einen Vorschlag: jeder Schüler sollte auch von zuhause aus auf die eigenen Serverdaten (Daten der Benutzerkonten der Schüler) zugreifen können; dies könnte man über eine eigene Webseite ermöglichen, die mit den Servern verknüpft ist.

        An Philipp: Windows 7 ist das geringste Problem.

      • p.oberberg schreibt:

        UNIX ist nicht Linux! Die grafische Oberfläche der meisten auf Linux aufbauenden Systeme (Ubuntu,…) ist intuitiv gestaltet, und wer einen „coolen“ Mac zu Hause hat, wird sich noch schneller zurechtfinden. Eine Einführung in Ubuntu ist meiner Meinung nach in wirklich kurzer Zeit erledigt, da die eigentliche Bedienung der Programme (Firefox/Office) sich ja nicht ändert.

        Es gibt viele Ansätze, das computergestützte Lernen zu verbessern, eine eigene Schul-Cloud ist nur ein Teil davon. Schau doch mal bei owncloud.org vorbei, dies ist ein Programm für eine eigene Cloud. Die Cloud könnte dann sogar das Home-Verzeichnis ersetzen (Dropbox bspw. schickt Dateien zwischen zwei Computern direkt über LAN, nutzt dann nicht den länger dauernden Weg übers Internet.).

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