Unsere Unterstützer für den Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz Birkenau – Die Familie Bethe zu Gast am Adolfinum

AuschwitzprojektAm 03.02.2015 fand zum Thema „Auschwitz-Fahrt der Jahrgangsstufe 10“ eine Präsentation an unserer Schule statt. Zu Gast bei uns waren Herr Erich Bethe, sein Sohn Florian und seine Nichte Shabnam Arzt von der Bethe-Stiftung. Außerdem waren Schüler aus dem 10. Jahrgang sowie ehrenamtliche Fahrthelfer und unsere Lehrer Frau Vollendorf-Löcher, Herr Dr. Remy, Frau Hennemann, Frau Milde und Frau Reiss anwesend. Auch Journalisten der WAZ, der NRZ und der RP sind gekommen. Herr van Stephoudt sprach die Einleitungsworte.
Es ging dabei um die „Bethe-Stiftung“ der Eheleute Bethe und die Stiftung „Erinnern Ermöglichen“, die durch sie unterstützt wird. Durch die Unterstützung der Eheleute Bethe ist es überhaupt nur möglich, dass die Schüler der 10. Klassen unserer Schule das Konzentrationslager Auschwitz besuchen können.

Im Konzentrationslager Auschwitz Birkenau sind 1940 bis 1945 1,1 Millionen Menschen durch Giftgas, durch Erschießen oder durch Verhungern lassen getötet wurden.

Frau Vollendorf-Löcher und Herr Dr. Remy sind bei uns an der Schule die Initiatoren der Auschwitz-Fahrten. Wir sind eine Schule gegen Rassismus.
Jedes Jahr fährt jeweils die gesamte Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums Adolfinum für eine Woche nach Auschwitz und Krakau. Zu dieser freiwilligen Fahrt melden sich stets mehr als 90% der Schülerinnen und Schüler an. Die 120 – 140 Teilnehmenden werden von 40 – 60 ehrenamtlichen Teamern und nur sechs Lehrkräften begleitet. Die Teamer bereiten jeweils zu zweit eine Kleingruppe von fünf bis sieben Teilnehmenden über ein halbes Jahr auf die Fahrt vor und begleiten die Gruppe vor Ort. Das alles kostet natürlich viel Geld und ohne Unterstützung wäre die Fahrt nach Auschwitz eben nicht möglich.
Im Jahre 1996 haben die Eheleute Bethe eine der größten privaten sozialen Stiftungen in Deutschland gegründet. Ihnen gehörten 18 Hotels, die sie verkauft haben. Den Verkaufserlös steckten sie zum großen Teil in die Stiftung. Die Förderschwerpunkte der Bethe-Stiftung liegen bei Kinderhospizen und beim Kinderschutz. Auch die Fahrten von Schülern nach Auschwitz gegen das Vergessen liegen den Eheleuten Bethe sehr am Herzen.
Mit den von ihrer Stiftung geförderten Projekten möchten sie einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Gesellschaft in Richtung Humanität und Toleranz leisten.
Spenden für ein von der Stiftung ausgewähltes humanitäres Projekt, die nachweislich aufgrund eines gesonderten Spendenaufrufs eingehen, werden bis zur bewilligten Fördersumme verdoppelt. Das Thema Spendenverdopplung ist in Deutschland noch nicht so weit verbreitet. Die Bethe-Stiftung bewilligt diese Aktionen, um zum einen die Eigeninitiative zu stärken und zum anderen auch die Bevölkerung durch breite Öffentlichkeitsarbeit aufzurufen, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und sich zu beteiligen.
Als im Jahr 2008 die Meldungen durch die Medien gingen, dass die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu zerfallen drohe, organisierte der damalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Dr. Jürgen Rüttgers, ein breites, parteiübergreifendes Bündnis der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin. Das wiederum veranlasste das Unternehmer-Ehepaar Roswitha und Erich Bethe, ebenfalls einen Beitrag zum Erhalt der Gedenkstätte leisten zu wollen. In einem Gespräch mit dem Ministerpräsidenten waren sich alle schnell einig, nicht in die bauliche Substanz investieren zu wollen, sondern in Bildung. Ihr erklärtes Ziel: Jedem Schüler, jeder Schülerin aus Nordrhein-Westfalen einen Studienaufenthalt in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu ermöglichen.  Das Ehepaar Bethe erklärte sich bereit, dafür sechs Jahre lang jeweils 1 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen. Die Landesregierung verpflichtete sich, zur Deckung der Verwaltungskosten für die Dauer von zehn Jahren jährlich 50.000 Euro bereitzustellen. 2010 wurde die Stiftung “Erinnern Ermöglichen” gegründet. Bereits zu Beginn des Schuljahres 2010/2011 konnten dann die ersten Schulklassen mit Mitteln aus der Stiftung die Gedenkstätte Auschwitz besuchen.

Herr Bethe fand es richtig gut, dass sich unsere Schule wie keine sonst so intensiv mit dem dunklen Teil unserer deutschen Geschichte auseinander setzt, damit nichts davon in Vergessenheit gerät. Viele Leute die das miterlebt haben, sterben oder wollen nichts über die schlimme Vergangenheit erzählen. Deshalb wollen die Eheleute Bethe weiter finanziell unsere Fahrten nach Auschwitz unterstützen.
Herr Bethe kritisierte indes aber, dass die Bundesregierung die Fahrten nach Auschwitz derzeit mit keinen Cent unterstützt. „Frau Merkel sagt, dass die Finanzierung solcher Fahrten Ländersache sei.“ Das Ziel sei es, so erklärte Herr Bethe, die Bundesregierung zur finanziellen Unterstützung der Auschwitz-Reisen zu bewegen.

Wir sind überzeugt davon, dass es der Familie Bethe gelingen wird, dass Frau Merkel einsieht, dass die Fahrten nach Auschwitz auch durch die Bundesregierung mitfinanziert werden müssen.

Denn: In Deutschland leben mit uns ganz viele Menschen aus anderen Ländern. Eben erst sind wieder Rassismus und Islamkritik aufgekommen. Wir alle haben die Verantwortung dafür, dass sich nichts von dem wiederholt, was in den Konzentrationslagern passiert ist, auch nichts was nur irgendwie ähnlich ist. Deshalb ist es wichtig, für alle Schüler egal welche Nationalität und Religion sie haben, selbst nach Auschwitz zu fahren damit wir nie vergessen, wohin Volks-verhetzung führen kann. Außerdem weiß Frau Merkel, dass alle Städte und Länder pleite sind. Dann wäre ja ihre Weigerung der Unterstützung doppelt schlimm.

Von Laetitia Hoeninger und Hannah Kambartel 7D

Weitere Informationen zum Auschwitzprojekt unserer Schule findet ihr unter folgenden Links:

http://polenfahrtadolfinum.tumblr.com/

https://de-de.facebook.com/polenfahrt

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