Bombenknaller statt Fußballknaller

attentat-parisErst knapp 4 Wochen her und schon spricht fast niemand mehr darüber. Zwar wurden die Sicherheitsmaßnahmen bei Fußballspielen oder bei großen Veranstaltungen wie Konzerten oder Weihnachtsmärkten, aber was sich letzten Monat in Frankreich ereignete, ist bei den meisten nur noch im Hinterkopf.

Die islamisch motivierten Schusswaffen-Angriffe und Explosionen forderten am 13.11.15 mindestens 130 Tote und fast 400 Verletzte, darunter 99 schwer. An sechs verschiedenen Stellen in Paris griffen die Angreifer an und versetzten die ganze Welt in Angst, Schrecken, aber auch in Wut.

16 Minuten lang lief alles gut beim Freundschaftsspiel Frankreich gegen Deutschland in Paris. Dann hört man einen lauten Knall. Nicht nur im Stadion, sondern auch im Fernseher. Beim ersten dachte man vielleicht an einen Bengalo im Stadion. Doch nach dem zweiten lauten Knall schauten sich alle leicht ängstlich um. Doch was wirklich passiert ist, wusste zu dem Zeitpunkt noch kaum wer.

In der Zweiten Halbzeit kam dann die erschreckende Nachricht. Attentäter haben wieder zugeschlagen. So wie am 7. Januar dieses Jahres auf Charlie Hebdo. Doch diesmal war es nicht nur ein Ziel, sondern gleich 6. Der Anschlag der Attentäter begann in der 17. Spielminute des Freundschaftsspiels (um ca. 21.20 Uhr) mit einem Selbstmordattentat direkt vor dem Stadion. Daraufhin war das Feuer eröffnet. Die Attentäter teilten sich in 3 Teams auf, die jeweils andere Ziele angriffen – das Stadion, das Theater und Restaurants. Um 21.25 hielten Angreifer mit ihrem Auto an der Rue Alibert/ Rui Bichat. Die Angreifer drangen in die Bar Le Carillon und in das Restaurant Le Petit Cambodge ein, schossen um sich und töteten 14 Menschen. Als nächstes fielen um 21.29 Schüsse in der Avenue de la Republique und zur selben Zeit sprengte sich ein zweiter Selbstmordattentäter am Stadion in die Luft. Fünf Tote gab es, bei einer Explosion in einem Restaurant auf der Rue de la Fontaine-au-Roi. Auf der Rue de Charonne fielen in der Bar La Belle Equipe und auf der Rue du Faubourg-du-Temple mehrere Minuten lang Schüsse, von denen 19 Menschen getötet wurden. Die meisten Menschen starben auf einem Rockkonzert im Theater Bataclan, in das mindestens vier bewaffnete aber nicht maskierte junge Männer stürmten.

Zu den Anschlägen bekannte sich die Terrorgruppe Islamischer Staat (kurz: IS) in einem Erkennerschreiben im Internet am 14. November. Bisher sind 6 Täter bekannt. Ibrahim Abdeslam, Salah Abdeslam, Samy Amimour, Bilal Hadfi, Ismael Omar Mostefai und Abdelhamid Abaaoud sind als Täter bekannt. Ibrahim Abdeslam, ein 31jähriger Franzose, sprengte sich selbst in die Luft. Sein Bruder Salah (26, Belgien), mietete einen bei dem Attentat verwendeten schwarzen VW Polo und ist noch auf der Flucht. Samy Amimour (28, Frankreich), Bilal Hadfi (20, Frankreich) und Ismael Omar Mostefai (29, Frankreich) sprengten sich ebenfalls in die Luft, Amimour und Mostafai am Bataclan und Hadfi am Stadion. Abdelhamid Abaaoud war nur indirekt am Geschehen beteiligt. Er war der mutmaßliche Drahtzieher des Attentates und wurde am 18.11. bei einer Razzia in Saint-Denis getötet. 3 weitere Täter sind bisher noch unbekannt.

In Deutschland fand die Polizei bei Fahrzeugkontrollen Waffen vom 51-jährigen aus Montenegro stammenden Vlatko Vucelic, acht geladene Sturmgewehre, 200 Gramm Sprengstoff, zwei Pistolen, ein Revolver und zwei Handgranaten. Außerdem hatte Vlatko als Ziel in seinem Navi Paris eingegeben.

Direkt nach dem Anschlag wurde in und um Paris der Ausnahmezustand ausgerufen. Dies bedeutet, dass nicht die übliche Verfassung gilt, sondern eine Notstandklausel. Der Ausnahmezustand wird ausgerufen, wenn die Existenz eines Staates bedroht ist. Da die meisten Spuren nach dem Anschlag nach Belgien führten, wurden an der Grenze zwischen Belgien und Frankreich verstärkte Pass- und Reisekontrollen eingeführt. Außerdem rief die Belgische Regierung am 21.11.15 für Brüssel die höchste Terrorwarnstufe aus. In Brüssel blieben Schulen geschlossen und die U-Bahn fuhr nicht. Außerdem wurden die Bürger aufgerufen große Veranstaltungen wie Konzerte zu meiden. In Deutschland wurde u.a. das Freundschaftsspiel Deutschland-Niederlande in Hannover am 17. November abgesagt.

Über 150 Tote, weil so ein paar Terroristen auf sich aufmerksam machen wollten? Warum das Ganze? Wer kann nur so grausam sein und so viele Menschen absichtlich mit in den Tod zu reißen? Jeder Mensch hat es verdient zu leben und kein Gott kann es wollen, dass so viele Menschen unschuldig sterben müssen, nur weil der IS meint Terroristen zu schicken und die Welt in Angst und Schrecken zu versetzten.

Auch in meiner Klasse, der 8d, haben wir, wie ihr vielleicht auch, über den Anschlag geredet. Wir fanden es erschreckend und erschütternd, dass man andere Menschen für ihren Gott umbringen kann. Denn unserer Meinung nach kann es kein Gott der Welt wollen, dass Menschen getötet werden. Und viele Fragen bleiben noch offen: Was hat das für Auswirkungen auf die Flüchtlingskrise? Was passiert mit unserer Gesellschaft? Werden Muslime jetzt stärker diskriminiert? Warum ist das schon wieder so weit weg? Warum interessieren wir uns eigentlich so wenig für Anschläge in anderen Ländern? Wie muss es sich da für die Menschen anfühlen, Terror ausgesetzt zu werden?

Hannah Kambartel, 8 D

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