Flüchtling=Flüchtling? Sind alle gleich? Ein Kommentar

Flüchtlinge, ein Wort mit mehreren Bedeutungen. Ein Wort, dass in den letzten Jahren wichtiger geworden ist, als uns bewusst ist. Ein Wort, dass verschiedenen Reaktionen in Menschen auslösen kann. Tausende von Menschen, die aus ihrem Land fliehen, um ein besseres Leben zu haben. Einige fliehen wegen Kriegen, andere wegen Unterdrückung, Rassentrennung. Einige werden in ihrem Heimatland verfolgt. Wegen Rasse, Religion, Geschlecht, … Einige kommen um ein besseres Leben zu haben. Aber nur, weil manche wegen einem schlechten Leben, z.B. in Albanien fliehen, heißt es nicht, dass alle Flüchtlinge nur hinter Geld her sind. Klar gibt es immer welche, genau wie es welche gibt, die andere Menschen absichtlich töten. Aber wir müssen bedenken, dass Flüchtling nicht arm heißt. Flüchtlinge haben Handys, was für manche deutsche oder Gegner von Flüchtlingen ein Punkt ist, wo sie meinen, dass Flüchtlinge nur Geld wollen. Aber wir müssen bedenken, dass Flüchtlinge nicht arm sind. Sie haben das Geld nach Europa zu kommen. Wir kennen einen schlechten Aspekt von Flüchtlingen, und schon übertragen wir es auf alle. Genau wie den Satz, dass Flüchtlinge kriminell sind. Es gibt kriminelle Flüchtlinge, aber nicht alle sind so. Genauso gibt es Kriminelle Deutsche. Vorurteile. 

Flüchtlinge bringen uns aber auch Arbeitskräfte. Sie sind meist gut ausgebildet, und können die Arbeitsplätze besetzen, die nicht besetzt sind. Flüchtlinge bringen Wissen, Kultur und Geschichte nach Deutschland. Außerdem sind wir eine Gemeinschaft. Wir müssen uns gegenseitig helfen. Vor ca. 70 Jahren waren es  die Deutsche , die auf der Flucht waren. Wenn die anderen Länder die Deutschen damals nicht aufgenommen hätten, fänden wir das auch nicht gut. Sie haben uns aufgenommen, wir nehmen sie auf. Außerdem müssen wir Menschen alle gemeinsam an einem Strang ziehen.

Wie ist deine Meinung?  Ich persönlich hatte nie eine klare Meinung. Einerseits war ich für Flüchtlinge, da man sich als Menschen gegenseitig helfen muss. Wir sind alle Brüder und Schwestern, und (die meisten) wollen in einer friedlichen und schönen Welt leben. Aber andrerseits nehmen uns Flüchtlinge Geld und Raum weg. Die Kriminalität steigt an. Ich war so dazwischen. Andere waren für Flüchtlinge, andere gegen sie. Manche sagten ihre Meinung, andere nicht. ich finde, dass jeder seine eigene Meinung sagen sollte, ohne beschimpft zu werden, aber auch ohne anderen (wie Flüchtlingen) zu schaden. Man kann friedlich und ohne Gewalt für oder gegen Flüchtlinge protestieren. 

Ich habe seit letztem Wochenende (19-21.02.) eine klare Meinung über Flüchtlinge. Ich bin für sie. Ich war nämlich mit meiner Konfirmation Gruppe auf Konfifahrt. Wir waren in Hattingen und lebten in einer Jugendherberge, die aus drei Häusern bestand. In unserem Nebenhaus lebten 17 Flüchtlinge, die meisten Minderjährig, alles Jungen und alle sind ohne Familie nach Deutschland gekommen. Sie haben schreckliches erlebt, und waren trotzdem lebensfroh. Sie hatten Freude. In diesem Haus wurden sie von Betreuern Tag und Nacht „bewacht“. Sie konnten die schrecklichen Erlebnisse verarbeiten. Auf dem großen Gelände außerhalb der Stadt hatte man viel Platz. An einem Abend haben wir mit einigen Flüchtlingen zuerst in der großen Gruppe (wir 60+10 Flüchtlinge) Spiele gespielt. Später konnten wir entweder Kasinospiele spielen oder Kicker, Tischtennis oder Billard. Alles mit den Flüchtlingen zusammen. Das hat allen super viel Spaß gemacht und waren traurig, dass wir nur 1Stunde etwas mit ihnen machen konnten. Sie waren alle super nett. Für unserer Konfigruppe war der Abend mit den Flüchtlingen die schönste Zeit der Konfifahrt. 

Martin Luther King sagte: „Wir haben ein stattliches Haus geerbt, ein großes „Welthaus“, in dem wir zusammen leben müssen- Schwarze und Weiße, Menschen aus dem Osten und dem Westen, Heiden und Juden, Katholiken und Protestanten, Moslems und Hindus, eine Familie, die in ihren Ideen, ihrer Kultur und in ihren Interessen übermäßig verschieden ist und die – weil wir nie mehr ohne einander leben können – irgendwie lernen muss, in dieser großen Welt miteinander zu leben.“ (Friedensnobelpreisrede 10.12.1964)

Nobelpreisträgerin Herta Müller sagte:  „Flüchtlinge – während des Nationalsozialismus mussten allein aus Deutschland Hunderttausende Menschen fliehen. Wohin? In die ganze Welt. Kein Weg war zu weit. Erinnert sich Deutschland heute daran? Und wie war es in den osteuropäischen Diktaturen bis 1989? Jahrzehntelang sind Unzählige geflohen. Auch aus der DDR.                                 Jeder vor den Nazis ins Exil Geflohene war gerettet. Er verdankte dem Land, das ihn aufgenommen hatte, sein Leben. Deutschland sollte das tun, was andere Länder früher für Deutsche getan haben. Wir haben eine Verantwortung vor der Vergangenheit. Aber jenseits davon ist Anteilnahme selbstverständliche Menschlichkeit. Wer das nicht mehr weiß, hat denselben verrohten Heimatbegriff, der einst Deutsche aus Deutschland hinaus getrieben hat.der vor den Nazis ins Exil Geflohene war gerettet. Er verdankte dem Land, das ihn aufgenommen hatte, sein Leben. Deutschland sollte das tun, was andere Länder früher für Deutsche getan haben. Wir haben eine Verantwortung vor der Vergangenheit. Aber jenseits davon ist Anteilnahme selbstverständliche Menschlichkeit. Wer das nicht mehr weiß, hat denselben verrohten Heimatbegriff, der einst Deutsche aus Deutschland hinaus getrieben hat.

Tatort-Ermittler Wotan Wilke Möhring: „Teilen ist menschlich“                 „Keiner verlässt gern und freiwillig seine Heimat, seine Familie und seine Freunde. Wer hat, sollte teilen – teilen ist menschlich!“

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