Politikunterricht mal anders: Die 5e unterwegs im Moerser Rathaus

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Autogrammstunde im Ratssaal

Eine Frau mittleren Alters öffnet die weiße Glastür, vor der wir stehen. Langsam setzt sich die Gruppe in Bewegung und wir werden in einen großen Raum geführt, der vor allem aus einer großen „Couch-Landschaft“ und einem Flachbildfernseher besteht. Plötzlich öffnet sich eine andere Tür und ein lächelnder Mann betritt den Raum. Er begrüßt uns mit den Worten: „Herzlich willkommen im Kinder- und Jugendbüro der Stadt Moers! Mein Name ist Achim Krenn. Ihr könnt euch gerne hinsetzen….“

Ich lehne mich in Erwartung einer ausschweifenden Begrüßung an eine Säule, da meine Beine schon müde geworden sind, obwohl es erst 8.20 Uhr ist. Normalerweise würde ich jetzt im Musikunterricht sitzen, doch heute begleite ich die Klasse 5e als Reporterin ins Rathaus. Auf unserem Programm stehen neben dem Besuch des Bürgermeisters auch die Besichtigung zweier Fachbereiche der Verwaltung der Stadt Moers an. Das, was Herr Krenn über den Fachbereich Jugend und Soziales zu sagen hat, interessiert mich: „Wir setzen alles das um, was Kindern Spaß macht, zum Beispiel organisieren wir die Tummelferien, bauen und erneuern Spielplätze und fahren mit dem Spielmobil, dass ihr wahrscheinlich alle kennt, herum.“ Herr Krenn informiert uns über den Bau eines neuen Spielplatzes und erläutert, dass in jedem Neubaugebiet mindestens ein Spielplatz vorhanden sein muss. Außerdem erfahren wir, dass die Stadt Moers pro Jahr rund 1 Millionen Euro alleine für die Unterhaltung, Erneuerung und für den Neubau ausgibt. Mit den Worten: „Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr uns jederzeit anrufen oder vorbeikommen! Unsere Telefonnummer findet ihr zum Beispiel auf den „Spielplatzschildern“, oder im Kinder-und Jugendstadtplan Moers Mitte“, verabschiedet er sich.

Zwei Minuten später bewegt sich die inzwischen aufgeteilte Klasse in Richtung „Eingangshalle“ des Rathauses. 20 Treppenstufen höher und 250 Schritte weiter, stehen wir vor einer geschlossenen Tür neben der ein Schild mit Aufschrift: „Fachbereich Ordnung und Bürgerservice“ befestigt ist. Unsere Begleiterin klopft an, und die Tür wird von einem circa 1,76m großen Mann mit grauen Haaren und Bart geöffnet. Er bittet uns herein, begrüßt uns und stellt sich mit dem Namen Frank König vor. Er erklärt uns einige Dinge über seine Aufgaben und vieles über das Spannendste an seinem Job im Rathaus: „Die Entsicherung von Kampfmitteln, wie zum Beispiel Bomben und Granaten.“ Bei diesen Worten beginnen die Augen der Jungen der Klasse 5e sofort an zu leuchten, da sich auf dem Schreibtisch vor uns mehrere Handgranaten und Bomben befinden. Ein Bombensplitter wird vorsichtig herumgegeben und als ich an der Reihe bin, kann ich das raue, aber auch harte und spitze Material fühlen. Obwohl das „Bombenstück“ nur ungefähr 5x10cm groß ist, wiegt es in meiner Hand viel mehr als erwartet. Währenddessen erklärt uns Herr König, wie Bomben entdeckt und später auch entschärft werden: „Da es früher viele Bombenangriffe durch die Briten und die Amerikaner in Deutschland und auch in Moers gab, werden Bomben heutzutage oft durch alte Luftbilder „entlarvt“, die während dieser Angriffe von den Angreifern gemacht wurden.“ Nach einiger Zeit räuspert sich unsere Begleiterin und erinnert uns daran, dass unser Interview mit dem Bürgermeister in Kürze anfängt.

Wir werden in den Ratssaal geführt. Hier setzen wir uns an die kreisförmig aufgestellten Tische. Links wird mit den Mikrofonen rumgespielt und hinter mir fangen die Knöpfe an einem Mikrofon plötzlich an, grün und danach rot aufzuleuchten. Doch bevor sich jemand darum kümmern kann, öffnet sich die große Holztür hinten links von mir und der Bürgermeister, Herr Christoph Fleischhauer kommt lächelnd herein. Nach einer lockeren, aber auch freundlichen Begrüßung, in der uns Herr Fleischhauer erzählt, dass er 51 Jahre alt ist und sein vorheriger Beruf Rechtsanwalt war, fangen die Jungen und Mädchen der 5e sofort an, ihre im Politikunterricht ausgearbeiteten Fragen zu stellen.

Als die Frage, „Was wollen Sie noch an unserer Stadt ändern?“, aufkommt, antwortet der CDU-Politiker, dass er sich wünsche, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht so griesgrämig auf Moers schauen sollten, da Moers doch eine wirklich schöne Stadt sei. Dass Herr Fleischhauer viel für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Moers tut, wird auch durch seine vielen Arbeitsstunden und Termine deutlich. Doch er unterstreicht, dass genau diese Arbeit mit Menschen am meisten Spaß macht.

Auch beim Thema Flüchtlingspolitik hat er Antworten parat. Wir erfahren, dass Moers bisher circa 2000 Menschen aufgenommen hat. Momentan hat sich die Situation zwar entspannt, jedoch würde die Stadt Moers Flüchtlinge erneut mit offenen Armen aufnehmen.

Am Ende des Interviews bekommen alle ein Autogramm. Ein letztes gemeinsames Foto und zufrieden mit dem vergangenen Vormittag kehrt die Klasse 5e in die Schule zurück.

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Gruppenbild der Klasse 5e mit dem Bürgermeister Herrn Fleischhauer

Lea Mielchen, 8c

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