Skull and Bones – Die Macht amerikanischer Geheimbünde

Seit Jahrhunderten existieren sie, ihre Mitglieder sind mitten unter uns und belegen die höchsten Ränge Amerikas – Geheimgesellschaften. In Amerika gibt es tausende. Der vielleicht bekannteste und mächtigste ist Skull & Bones, was übersetzt Schädel und Knochen heißt.

Das entspricht nicht dem richtigen Logo, aber so ähnlich sieht es aus (Es fehlt die Zahl 322 unter den Knochen).

Skull & Bones ist eine Studentenverbindung der Yale University. Diese liegt in New Haven, Connecticut, USA – also bei New York und ist eine Elite-Universität. Alleine wer in Yale studiert, gehört zur Elite des Landes und in die Geheimgesellschaft aufgenommen zu werden, öffnet den Studenten und Studentinnen alle Türen um an Amerikas Spitze zu kommen.

Aber von vorne: Skull & Bones wurde 1832 von William Huntington Russell, Alphonso Taft und 13 weiteren Studenten in Yale gegründet. Wie und warum der Geheimbund gegründet wurde, ist nicht klar. Es gibt jedoch viele verschiedene Darstellungen von was sich der Geheimbund inspirieren ließ. Die erste Darstellung wäre, dass der Orden ein Ableger einer britischen Freimauergruppierung sei (Freimaurer sind eine Gruppe von Menschen, deren Ideale Humanität, Menschenliebe, Toleranz, Freiheit und Brüderlichkeit sind). Eine andere Darstellung wiederum meint, der Geheimbund lehne sich an deutsche nationalsozialistische Geheimbunde an und als dritte Darstellung gilt, dass Skull & Bones beispiellos gegründet wurde, sich jedoch einige Kulte der europäischen Freimaurergruppen aneignete und diese auf ihre Weltanschauung hin überprüfte und änderte. Experten meinen, die Mitglieder sollen absichtlich eine Reihe widersprüchlicher Mythen über die Entstehung zur Verwirrung anderer in Umlauf gebracht haben.

Die Geheimgesellschaft hat neben Skull & Bones (Schädel&Knochen) auch noch andere Namen: „The Order of Death“ (Orden des Totes), „The Eulogian Club“ (der eulogische Club, Eulogia war eine Göttin) oder „Loge 322“. Es gab im Laufe der Geschichte viele Versuche, mehr über Skull & Bones zu erfahren – durch halbveröffentliche Dokumente, Materialien von Einbrüchen, Berichten von Mitgliedern, Berichte aus Rechtsstreitigkeiten und Berichten von Außenstehenden über beobachtete Zeremonien und Rituale. Jedoch kann aus den meisten Sachen keine Rückschlüsse gezogen werden, weil nicht bewiesen werden kann, dass die Informationen stimmen.

Ebenso kann man über die Regeln und Handlungen sowie Ritualen und Zeremonien, die im Inneren gelten und stattfinden, nichts genaues sagen. Die Regeln des Ordens lassen sich jedoch vereinzelt aus Verhalten und Hinweisen schließen. Da wäre als wichtigste Regel die Verschwiegenheit. Nichts, was im Inneren der Gesellschaften passiert, sowie nichts über das Besprochene der einzelnen Mitglieder im privaten und beruflichen Bereich, darf an die Öffentlichkeit gelangen. Die Mitglieder müssen sich gegenseitig offenbaren und Rechenschaften über ihr bisheriges Leben ablegen (das bedeutet, über ihre bisherige Lebensgeschichte, ihre sexuellen Erfahrungen, ihre begangenen Verbrechen und ihre Charakterschwächen). Das allein wird ein Grund sein, warum man so wenig über den Orden weiß. Denn der Orden hat gegen jedes Mitglied etwas privates in der Hand. Würde ein Mitglied also etwas verraten, kann Skull and Bones etwas privates über diese Person in Umlauf bringen. Eine weitere Regel ist, dass sich die Mitglieder gegenseitig bei ihrer Karriere helfen müssen, was die vielen hohen Posten der Mitglieder erklärt.

Doch wie wird man eigentlich Mitglied?

Die Auswahl verläuft wahrscheinlich durch ein so genanntes „Tapping“, ein Auswahlverfahren. 15 Senioren (Schüler, die im vierten Jahr sind) wählen 15 Junioren (Schüler aus dem dritten Jahr) aus. Nach der Auserwählung geht eine Gruppe von Mitgliedern zum Auserwählten und stellt ihm die Frage: „Skull and Bones: nimmst du an?“ Bei einem „ja“ bekommt er eine Botschaft, auf dem Zeit und Ort der Aufnahme stehen und Dinge, die er dabei nicht tragen darf. Das Auswahlverfahren ist mehr oder weniger diskriminierend, denn bisher wurden nach den vorliegenden Informationen nur Angehörige des weißen amerikanischen Bürgertums protestantischen Glaubens aufgenommen. Wer auserwählt wurde, hat etwas erreicht. Denn als Mitglied von Skull & Bones stehen alle Türen nach oben offen. Ob das Auswahlverfahren wirklich so verläuft, ist bis heute nicht bestätigt, aber es soll sehr wahrscheinlich so sein.

Auch über die Handlungen, Rituale und Zeremonien ist nicht viel bekannt. Wieder gibt es nur Gerüchte, von gesehenen Zeremonien bis hin zu Einbrüchen und Diebstählen wichtiger Artefakte. Alle angeblichen Einbrüche oder Diebstähle konnten nie bewiesen werden und so konnte auch nie eine Anklage gegen Skull & Bones erhoben werden. Was man weiß, ist, dass sie sich mindestens einmal pro Woche treffen und wahrscheinlich ein gemeinsames Mahl abhalten. Ebenso werden bei ihren Treffen die Geschichten einzelner Mitlieder analysiert, zur Schau gestellt und dokumentiert. Wie es der Name schon sagt, spielen Knochen eine große Rolle im Alltag und Geschehen des Geheimbundes.

Skull and Bones hat auch viele Eigenheiten, was sie ungewöhnlich macht und womit sie sich von anderen unterscheiden. Da wären zum einen die außergewöhnliche Vorliebe zur Todesthematik, was den Namen und das Logo erklärt. Dann wäre da noch die Zahl „322“. Sie ist zum einen auf dem Logo der Gruppe abgebildet und außerdem die Raumnummer des Inneren Tempels in der Gruft. Es gibt mehrere Theorien bezüglich der Frage, wo die Zahl herkommt. Die zwei Logischsten wären, dass der griechische Redner Demosthens in diesem Jahr gestorben ist oder dass der Bund 1832 als Abteilung 2 gegründet worden ist. Die Gruppe hat ihre eigene Zeitrechnung, die „Skull and Bones Time“ (kurz S.B.T.). Die Minutenzahl weicht fünf Minuten von der üblichen Zeit an der Ostküste ab (also wäre z.B. VIII S.B.T. dann 19.55 Uhr). Auch ihre Jahresrechnung ist anders: 1915 wäre nach ihrer Rechnung D113 (D steht dabei für die Zahl 1802).

Neben den Vorwürfen, Okkultismus und Satanismus zu verkörpern sowie Diebstähle und Grabraube begangen zu haben, liegen viele Arten von Verschwörungstheorien vor. Diese Theorien gehen von einer „Deutschen Gefahr“, über eine Verbindung zu den „Illuminaten“ und „Aufstände in anderen Ländern mithilfe der CIA“ bis hin zur „Weltverschwörungstheorie“. Das heißt, es liegen viele verschiedene und nicht beweisbare Theorien vor.

Was jedoch beweisbar ist, ist, dass Skull and Bones bzw. ihre Mitglieder die höchsten amerikanischen Positionen besetzt haben bzw. hatten. Sowohl in politischen Angelegenheiten, als auch in Unternehmen. Ebenso gibt es viele Autoren, die Skull&Bones Mitglieder sind. Da wäre z.B. William M. Evarts, US-Außenminister, US-Senator und US-Justizminister; oder Geroge Herbert Walker Bush, 41. Präsident der USA, Vize-Präsident unter Ronald Reagan, Direktor der CIA, UN-Botschafter und US-Botschafter in China. Ebenso sind John Kerry und George W. Bush, die 2004 gegeneinander um das Amt des Präsidenten antraten, Mitglieder. Fakt ist, dass ohne Hilfe von Skull & Bones viele nie an ihre Position gelangt wären. Alexandra Robbins, die sich intensiv mit dem Geheimbund auseinander gesetzt hat, formulierte es in einem Interview so: „Ohne Skull and Bones wäre ein so mittelmäßiger und inkompetenter Politiker wie George W. Bush niemals Präsident der USA geworden.“

Und was kann man nun abschließend sagen? Über Skull & Bones wird nicht umsonst viel geredet, nicht nur weil sie die höchsten amerikanischen Positionen besetzten, sondern auch weil es viele Spekulationen, Vermutungen und Vorwürfe über das, was im Inneren des Bundes passiert, gibt.

Hannah Kambartel, 9d

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