Unter den drei Monden- Die Kunst der humorvollen Fantasy

Unter den drei Monden von Ewa A. ist ein Fantasy Roman, der der erste Teil einer Trilogie ist. Er wurde im März 2019 veröffentlicht und handelt von der 19-jährigen Kadlin, die als Tochter des Häuptlings der Smar mit dem Stammessohn der Ikol verheiratet werden soll, der bekannt für seinen schlechten Umgang mit seinen Frauen ist. Um das zu umgehen, geht sie zum Sonnenfest und umwirbt dort den Sohn des Häuptlings der Unaru, Bram, der als Sohn des verfeindeten Stammeshäuptlings ein absolutes Tabu für sie sein sollte.

Durch verschiedene Umstände werden Kadlin und ihre beste Freundin Lijufe dazu gezwungen, als Jungen verkleidet zu fliehen, wobei sie durch eine Verwechslung ins Trainingslager der Ikol gelangen, das von Bram geleitet wird. Dieser weiß jedoch nicht, dass es sich bei den beiden schmächtigen Knaben eigentlich um die junge Smar und ihre Freundin handelt, womit die eigentliche Geschichte beginnt.

Allein durch diese geniale Idee provoziert die Autorin die unwillkürlich folgenden Gespräche und Situationen, in denen Kadlin und Lijufe natürlich krampfhaft versuchen müssen, ihre Tarnung nicht auffliegen zu lassen. Sowohl durch diese Handlung als auch durch den genutzten Erzählstil wird der ironische Humor der Autorin zu einem zentralen Merkmal des Romans. So ist das Buch nicht aus der Sicht einer der Figuren geschrieben, sondern aus den Perspektiven der vier Hauptpersonen, wobei dies immer in der dritten Person passiert. Dadurch hat man als Leser die Möglichkeit, die Gefühle und Gedanken der verschiedenen in diesen Situationen wichtigen Figuren zu kennen, wodurch vor allem die Zeit im Trainingslager sehr lustig beschrieben wird.

Obwohl ich persönlich im Allgemeinen nicht so gerne Romane lese, die nicht aus der Ich- Perspektive verfasst sind, und auch Fantasy nicht zu meinen Favoriten gehört, hat mich dieses Buch absolut überzeugt.

Alle Figuren haben nachvollziehbare Charakterzüge, und man kann sich vor allem mit der zentralen Figur Kadlin sehr gut identifizieren. Dieses Buch ist endlich einmal andere Fantasy in der doch momentan eher eintönigen Jugendbuchecke, in der es meist um distopische Zukünfte geht.

Unter den drei Monden hingegen beschreibt eine Welt auf einem anderen Planeten, mit fremdartigen Lebewesen und Gesellschaftsstrukturen, die an Wikingerstämme erinnern. Doch trotzdem schafft die Autorin es, diese doch eher ungewohnte Sprache und Kultur (Bezeichnungen wie Weib, Knabe etc.) so humorvoll umzusetzen, dass der Leser vor allem im mittleren Teil nicht nur schmunzeln muss, sondern auch mal laut loslacht. Das ist es, was für mich Fantasy wirklich beeindruckend macht: Spannung, fantastisches und fremdartiges, Kampf und Krieg, gepaart mit Humor und einer interessanten, neuen Handlung.

 

Laura Marie König, Eph

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