112-Wer steckt dahinter?

Jeder weiß, was zu tun ist, wenn ein Notfall vorliegt – ob Erkrankung oder Verletzung – man kann jederzeit die Nummer 112 anrufen, und bis zu 10 Minuten später ist ein Notarzt mit seinen „Helfern“ da. Doch wie genau wird ein Notarzt informiert und was bringt dieser Beruf mit sich? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, habe ich mich mit meinem Onkel Jörg Mielchen verabredet.

Ich schaue auf meine Uhr: Es ist genau 12 Uhr als ich vor der Haustür meines Onkels ankomme. Ich klingele, doch anstatt mich hereinzubitten macht Jörg die Tür auf, während er gleichzeitig versucht, sich seine Jacke mit der rechten HandthumbD2ODP4OA überzuziehen. All das geschieht so schnell, dass ich erst verstehe, was los ist, als ich das leise Brummen des „Piepers“ höre: Er hat einen Einsatz. Der sich auf seiner Stirn bildenden Falte nach zu urteilen, einen kritischen. Schnell entschuldigt er sich, denn dann fährt auch schon das Notarzteinsatzfahrzeug vor und mit quietschenden Reifen und Blaulicht mit ihm weiter. Das Notarzteinsatzfahrzeug, bei Experten kurz „NEF“ genannt, wird zeitgleich mit dem Rettungswagen im Falle eines Einsatzes informiert. Mit diesem speziell ausgerüsteten Fahrzeug wird ein Notarzt abgeholt und zum Einsatzort gebracht. Der Notarzt wird von der Leitstelle mit Hilfe eines „Funkmeldeempfängers“ oder auch „Piepers“ informiert. Dieser enthält ein stichpunktartiges Meldebild.

Die Tätigkeit des Notarztes ist nicht an eine bestimmte medizinische Fachrichtung gebunden. Meist handelt es sich jedoch um Ärzte, die an einem Krankenhaus in den Fachbereichen Anästhesie[1], Chirurgie[2] oder Innere Medizin[3] arbeiten und sich zusätzlich im Notarztdienst engagieren. Bevor man Notarzt werden kann, muss ein spezieller Fachkundenachweis erworben werden.

Als Jörg später wieder zurückkommt, frage ich ihn, wieso er überhaupt Notarzt geworden ist, da mir aufgefallen ist, wie stressig und anstrengend dieser Beruf eigentlich ist. Da erzählt er mir, dass er seinen Zivildienst (anstelle des Wehrdienstes) beim Deutschen Roten Kreuz geleistet hat und dadurch auch ein großes Interesse am „Beruf Notarzt“ und generell an der Medizin erlangt hat. Es gäbe aber auch ein paar Nachteile, wie zum Beispiel, „dass der Tages- bzw. Schlafrhythmus durch Nachtdienste völlig durcheinander gebracht wird“, was auch das Privatleben störe. „Als Notarzt muss man pro Tag ca. 15 Bereitschaftsstunden leisten, also muss man immer in der Lage sein, sofort zu einem Einsatz aufzubrechen.“, informiert er mich. Der Stressfaktor hänge davon ab, wie schlecht es dem Verletzten oder Erkrankten geht. Zudem gibt es ein Gesetz, dass für jedes Bundesland besagt, in welcher Zeit man bzw. „das erste eintreffende Rettungsmittel“ am Einsatzort ankommen muss. Natürlich ist auch das schnelle Fahren mit Blaulicht nicht gerade „Entspannung pur“. Da ich mich für Medizin interessiere, erfahre ich, dass es sich bei nur 15% aller Einsätze um Verletzungen handelt, bei den restlichen 85% handele es sich um (andere) Erkrankungen.

Trotz allem übt mein Onkel diesen Beruf nun schon seit 15 Jahren voller Überzeugung aus.

[1] Anästhesie: Durch eine Anästhesie können medizinische Behandlungen und Untersuchungen schmerzfrei durchgeführt werden                                                                                                                                                               [2] Chirurgie: Chirurgie ist ein Teilgebiet der Medizin und befasst sich mit Erkrankungen, die operativ versorgt werden müssen.                                                                                                                                                                [3] Die innere Medizin beschäftigt sich mit den Erkrankungen von inneren Organen.

von Lea Mielchen, 8c

 

 

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