In Gedenken an die Bücherverbennung

Foto Die Klasse 5c hört gespannt zu, während Daniel aus „Das Fliegende Klassenzimmer“ vorliest. Bereits vorher haben drei Schüler aus den Klassen 9a und 9b den Schülerinnen und Schülern etwas über den Nationalsozialismus, die Bücherverbrennung und den verbrannten Autor Erich Kästner erzählt. So wie in der Klasse 5c lief es am 13. Mai in allen 5. und 6. Klassen in unserer Schule ab. Die Aktion, die von den Lehrerinnen Frau Achtermeier und Frau Mehren ins Leben gerufen wurde, sollte an die Bücherverbrennung unter Hitler erinnern, die am 10. Mai 1933 stattfand. An diesem Tag wurden von den örtlichen Studentenschaften und Professoren Bücher, die die Nationalsozialisten verboten hatten, auf großen Scheiterhaufen verbrannt. In Berlin wurden fast 25000 Bücher unter den Blicken von tausenden Zuschauern in verbrannt.Foto-2

Doch nicht nur in den 5. und 6. Klassen wurde daran erinnert. Auch auf dem Schulhof und in der Pausenhalle wurde mit großen Bannern an die Schandtat der Nazis erinnert. Frau Evers und Herr Neumann hatten auf Plakaten Bilder und Steckbriefe der verbrannten Autoren an Leinen aufgehängt. Allerdings wurde diese Aktion nicht nur positiv aufgenommen. Von Unbekannten wurde eines der Banner über das Wochenende angezündet. Das zeigt, dass es auch weiterhin wichtig ist an die Bücherverbrennung zu erinnern, damit, wie einer der Schüler aus der Klasse 5c sagte, so etwas „Nicht wieder vorkommt.“

Justus Dickel

Extremisten fackelten nicht lange

Moers. Am 10.5.1945, also vor 80 Jahren, inszenierten die Nationalsozialisten die Verbrennung harmloser Bücher wie etwa „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner oder auch Einsteins Relativitätstheorie als Aktion „wider den undeutschen Geist“. Diese Bücherverbrennung in deutschen Studentenstädten gilt als eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Geschichte. Und eben deshalb erinnern am Adolfinum jedes Jahr zu diesem Jahrestag farbige Blätter mit Autorennamen und Informationen an die Bücherverbrennung.

Die Informationen wurden am Wochenende nach Christi Himmelfahrt an Schnüren aufgehängt. Doch eine dieser Schnüre, behangen mit laminierten Blättern, wurde am Montag kläglich vermisst. Unbekannte hatten sie abgenommen und angezündet. Eine makabere und groteske Erinnerung an die Bücherverbrennung und ein Zeichen: Die Autoren wurden anstatt ihrer Werke ein zweites Mal verbrannt!

Diese Untat ist vermutlich das Werk rechtsextremistischer Kräfte, die damit zum Ausdruck bringen wollen, wie wenig ihnen an gesellschaftlichen Werten wie Meinungsfreiheit und Toleranz gelegen ist. Gleichsam eine Provokation, da diese Verbrennung öffentlich stattfand und so gewisse Kräfte mitteilen, dass sie die Bücherverbrennung gutheißen.

Die Schüler und Lehrer des Adolfinums sind quer durch alle Stufen erschüttert wie auch empört. Das Adolfinum ließ sich jedoch von diesen vermutlich rechtsextremistischen Straftätern nicht einschüchtern und setzte die Gedenkaktion fort. Denn eine demokratische Schule und eine demokratische Gesellschaft stellen sich gegen Rechtsextremismus.

 

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