Urbanetix- Von der Straße auf die Bühne

Im November 2019 fand in der Bochumer Jahrhunderthalle die zehnjährige Jubiläumsshow des Streetart- Artisten Projekts Urbanetix statt. Sie trug den Namen „X“- die römische Zehn- und war vom 6. bis zum 17. November mit insgesamt 16 Shows auf der großen Bühne zu sehen. Mit ungefähr 4800 Zuschauern wurde stetig die gesamte Hallenkapazität ausgenutzt.

Auch dieses Jahr wieder führte der beim Publikum sehr beliebte Komiker Rémi Martin mit genialem Humor, Satire und selbstironischen Witzen durch den Abend. Das gesamte Thema der Show waren die letzten zehn Jahre Urbanetix, so wurden die beliebtesten alten Auftritte, Elemente und Musikstücke aufgegriffen und neu kombiniert, um Zuschauer, welche auch in den letzten Jahren dabei waren, nochmals zu erinnern und einen Rückblick für alle zu geben. Außerdem war wieder sowohl ein Orchester, als auch eine Band Teil der wilden Geburtstagsparty auf der Bühne und sie begleiteten die einzelnen Auftritte musikalisch mit Livemusik. Das Bühnenbild ähnelte einer riesigen Treppe, die in alle Auftritte mit einbezogen wurde, sei es als Rampe für die BMX- Fahrer oder als Hindernis für die Parkoursportler. Zudem wurde die Show mit aufwendigen Animationen auf den Bildschirmen im Hintergrund der Bühne und durch gezielte Soundeffekte unterstützt.

Das gesamte Artistenteam bei der Verbeugung

Auch-  und besonders für- die Jubiläumsshow wurde wieder ein vielfältiges Programm mit einzigartigen Künstlern zusammengestellt, ein gelungenes Crossover aus Streetart- Artisten und professionellen Akrobaten, was generell die Idee hinter Urbanetix ist. Auf der Bühne zu sehen waren unter anderem der Franzose und mehrfache Diabolo-Weltrekordhalter Guillaume Karpowicz, Carlos Zaspel, der gemeinsam mit Mario Espanol als Duo am „Flying Pole“, also an der „fliegenden Stange“ auftrat, Aurélien Oudot mit Acrobatic Dance und Michael Hottier mit seiner Akrobatik an den Areal Straps. Sie alle wurden zusammen mit den „urban artists“, den Straßenkünstlern, aus den Bereichen Parkour, Skating, Breakdance, BeatBoxing, Biking, Slackline und Tanz zu einer einzigartigen Show mit insgesamt rund 50 Artisten vereint.

Die Show konnte durch die weitere treue Unterstützung von Partnern und Förderern ermöglicht werden, jedoch wird Urbanetix als Zukunftsprojekt zusätzlich von den Stadtwerken Bochum unterstützt und die langjährige Kooperation für mindestens drei weitere Jahre verlängert. Die Vertreter der Stadt Bochum sind weiterhin sehr von der hohen Relevanz und dem Leuchtturmcharakter des Projektes, das jedes Jahr tausende von Besuchern ins Ruhrgebiet zieht, überzeugt.

Aber wie ist Urbanetix überhaupt entstanden? Die Veranstaltungsagentur Dacapo- Kultur Offensiv entwickelte 2007 die Idee, eine Show zu kreieren, in der junge Bewegungskünstler zusammen mit professionellen Artisten auftreten. Trotz der Ablehnung der Bewerbung bei RUHR.2010- Kulturhauptstadt Europas, fand im Frühjahr von 2009 das erste öffentliche Casting für junge Talente statt, bei dem circa 50 junge Leute zwischen 15 und 26 Jahren, mit bereits erlernten Fähigkeiten in beispielsweise Parkour oder Breakdance, gesucht wurden. Professionelle Trainer betreuten die ausgewählten jungen Leute in mehreren Workshops sowie in einem zweiwöchigen Trainingscamp, um deren Fähigkeiten zu verbessern und gemeinsam Showelelemente einzustudieren. Erste kleinere Auftritte gab es unter anderem auf dem Zeltfestival Ruhr im August 2009.

Ab 2010 erhielt das frisch gegründete Projekt die Möglichkeit, in der ausgeräumten Bochumer Marienkirche zu trainieren, was den Artisten auf 700 Quadratmetern genügend Platz für jegliche Elemente, wie Rampen, Trampoline und Tricking- Bahnen gab. Von Anfang an waren die Regisseure Christian Eggert und Kral- Heinz Helmschrot, der Choreograph Takao Baba und Fachtrainer wie Hugo Noël vom kanadischen Cirque du Soleil Teil des Betreuerteams. Zeitweise kamen auch internationale Artisten hinzu, mit denen dann gemeinsam auf der großen Bühne aufgetreten wurde.

So entwickelte sich aus dem kleinen Projekt, was anfänglich für die Unterstützung von jungen Straßenkünstlern gedacht war, mit tatkräftiger Unterstützung von zahlreichen Sponsoren und der Stadt Bochum selbst über die Jahre hinweg eine beliebte, abwechslungsreiche Show, die jährlich von tausenden Besuchern gesehen wird und mittlerweile charakteristisch für die Bochumer Kulturszene ist.

Hanna Radny, 9a

 

 

 

 

 

 

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